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Leidenschaftliche SG kämpft Ersten nieder

Lokalsport: Leidenschaftliche SG kämpft Ersten nieder
Fabian Bednarzik (hinten, am Kreis Sebastian Bartmann) traf vor der Pause nichts - und nach dem Seitenwechsel alles. Seine Leistung war ein Spiegelbild der Partie der SG gegen die starken Fredenbecker. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Durch eine formidable zweite Hälfte biegt der Handball-Drittligist einen 12:15-Pausenrückstand noch in einen verdienten 32:29-Erfolg. Von André Schahidi

Man muss ja ehrlich sein: Gute Stimmung ist bei den meist spärlich besuchten Heimspielen der SG Ratingen eher selten. Nicht so indes am Samstag. Was die über 200 Zuschauer im Heimspiel gegen den Tabellenführer Fredenbeck leisteten, war spätestens in der zweiten Halbzeit genau so euphorisch wie das Spiel der Mannschaft, die den starken Spitzenreiter mit 32:29 (12:15) niederkämpften. Und das hoch verdient.

An niemandem war die Leistung des Löwenrudels besser zu messen als an Fabian Bednarzik. Vor der Pause agierte der Rückraumspieler unglücklich, nahm zu viele und vor allem unpräzise Würfe. Er traf nichts. Nach dem Seitenwechsel plötzlich war der erste Versuch drin. Und die beiden nächsten auch. "Das ist ein Spiegelbild des ganzen Spiels. Vor der Pause war ich nicht clever, zu ungeduldig. Mit dem ersten Tor kam dann das Selbstbewusstsein." Insgesamt merkte man vor der Pause, warum Fredenbeck Tabellenführer ist. Während die Ratinger in der Deckung mäßig standen und vorne zu viel vergaben, lauerte der VfL auf seine Chancen - und warf die Bälle dann präzise ins Netz. Immerhin schafften es die Gastgeber, Fredenbeck nie wirklich weit enteilen zu lassen - und so ging es mit "nur" drei Toren Rückstand in die Pause. "Der Trainer hat uns in der Halbzeit gesagt, dass alles möglich ist, solange wir in Schlagdistanz bleiben", sagte Spielmacher Dominic Kasal, der trotz seiner Fußverletzung unbedingt spielen wollte.

Und so zeigte die SG nach der Pause eine bemerkenswerte Leistung, ging noch engagierter in der Abwehr zu Werke, erspielte sich vorne klügere Gelegenheiten. Mathis Stecken, der vor der Pause wenig hielt, bekam plötzlich die Hand an jeden Ball, hielt insgesamt gar drei Siebenmeter. Und so ging das Löwenrudel nach 42 Minuten erstmals durch Kasal in Führung. Es war eine heikle Phase, in der die Ratinger auch viel Pech hatten mit den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns. Sinnbildlich war der fast höhnische Applaus von den Rängen, als Fredenbeck neun Minuten vor dem Ende nach langer Zeit mal wieder eine Zeitstrafe bekam.

Spannend wurde es in der Schlussphase. Das Spiel wankte hin und her. Fredenbeck ging wieder in Führung, Bartmann glich in seiner unnachahmlichen Manier zum 25:25 aus. Mike Schulz traf zweimal, auch Simon Breuer drehte nun auf. Als der Spielertrainer aus völlig verdeckter Position mit einem listigen Unterhand-Wurf zum 31:28 einnetzte, stand die Halle Kopf. Kurz zuvor hatte Stecken erst seinen dritten Siebenmeter und danach noch einen völlig freien Wurf gehalten. Die restlichen Sekunden waren Ergebnissicherung - bis zum großen Schlussjubel und ungläubigen Gesichtern auf Fredenbecker Seite.

"Wir haben heute viel Leidenschaft gezeigt", meinte Simon Breuer nach dem Spiel. "Wir haben zu Anfang hinten kein Mittel gefunden und uns später super in die Partie gekämpft. Ich hatte heute erstmals sechs Rückraumspieler zur Verfügung - da merkt man erstmal, wie sehr einem eine volle Kapelle kräftemäßig hilft."

Quelle: RP
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