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Lokalsport
Lintorf will im Abstiegskampf rustikaler zu Werke gehen

Lintorf. Wenn es Laurits Gerdes gelingt, gleich in seiner Startphase einige schwierige Würfe abzuwehren, dann können die Lintorfer davon ausgehen, dass der Keeper ein gutes, vielleicht sogar ein richtig starkes Oberliga-Handballspiel liefert. So wie zuletzt in Dinslaken und davor in Angermund. Die Punkte blieben zwar stets beim Gastgeber, aber Gerdes zählte zu den Lintorfer Akteuren, die zu gefallen wussten.

Das erhoffen sich die leidgeplagten Fans des TuS 08 auch morgen (18 Uhr), wenn der TV Oppum an den Breitscheider Weg kommt. Die Krefelder sind Tabellenachter, können also ihre Aufgabe völlig entspannt angehen, aber der TuS kämpft als Schlusslicht gegen den Abstieg. Die letzten vier Spiele gingen alle verloren, die Tabellenlage entwickelte sich dadurch dramatisch, und jetzt sind es sechs Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz.

Aber Laurits Gerdes, der in Lohausen wohnt und stets seine Mama anbetteln muss, um das Auto für die Lintorf-Anfahrten zu bekommen, der ist auch jetzt die Ruhe selbst. Viele Torleute sind richtige Brüller, man hört sie sogar außerhalb der Halle. Der 21-jährige Student ist das Gegenteil und einige Lintorfer werfen ihm sogar vor, einfach zu ruhig, zu bescheiden zu sein. Aber davon will der junge Keeper, der einmal Wirtschaftsingenieur werden möchte, nichts wissen: "Solch ein Auftreten, das passt nicht zu mir. Deshalb lasse ich jede Schreierei lieber sein." Über seinen Torwarttrainer Ronny Strack spricht er voll des Lobes: "Er scheucht uns ganz schön, den Tobi Töpfer und mich. Ich denke, er macht alles richtig. Gegenwärtig fühle ich mich gut in Form." Er räumt freilich ein, dass vieles von der täglichen Verfassung abhängt: "Mal sehen, wie die Oppumer auftrumpfen."

Trainer Kalle Töpfer hat letzten Samstag die Oppumer beobachtet beim knappem Heimsieg über die HSG Wesel (20:19). "Bei den Oppumern geht unheimlich viel über ihren Kreisläufer Sebastian Bartmann", sagt der erfahrene Coach. "Wenn dieser wuchtige Brocken die Kugel unter Kontrolle bekommt, dann ist der Gegentreffer kaum noch zu verhindern. Das dürfen wir nicht zulassen, das kann schon der Knackpunkt des Spiels sein." Aber der abgezockte Tim Bauerfeld ist dabei. Vielleicht schafft er es, den früheren Torjäger der SG Ratingen bei der Annahme empfindlich zu stören. Vielleicht mit tatkräftiger Unterstützung von Marius Haverkamp, der sich ebenfalls auskennt im rustikalen Abwehrspiel - das der TuS bislang nicht beherrscht.

Kalle Töpfer hat sich für die Bank zusätzliche Verstärkung geholt im Oberliga-Abstiegskampf. Ab sofort sitzt Dirk Bauerfeld (60) neben ihm. Der frühere Jugend-Nationalspieler führte einst vor rund 20 Jahren als Trainer den TuS 08 in die Oberliga. Jetzt, in den letzten zwölf Punktspielen, da soll er helfen, dass die Liga erhalten bleibt.

(wm)
 
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