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Lokalsport
Lintorf will nur die neue Klasse halten

Ratingen. Der Handball-Oberligist freut sich auf die neue Spielklasse - backt aber kleine Brötchen. Noch hat der junge Kader Pause. Von André Schahidi

"Big Brother is watching you" - so oder ähnlich dürften sich die Spieler des TuS Lintorf gerade vorkommen. Die Akteure des Handball-Oberliga-Aufsteigers haben aktuell zwar Trainingspause. Und dennoch hat Trainer Christian Beckers sie immer im Auge - über das Smartphone. "Die Jungs trainieren alle individuell", sagt er. "Aber sie müssen ihre Trainings mit einer App für das Handy aufzeichnen. So kann ich anhand der Kilometer, Zeit und Puls sehen, ob die Vorgaben umgesetzt wurden", sagt Beckers.

Die Legende vom Großen Bruder ist da natürlich auch eher scherzhaft gemeint. "Wenn die Jungs so alleine trainieren können, sollen sie die freie Zeit ein bisschen genießen", sagt Beckers. "Das ist allemal besser, als wenn wir gemeinsam und doch jeder für sich Runden um den Sportplatz laufen."

Das gemeinsame Training beginnt noch früh genug. Denn ab dem kommenden Wochenende, an dem der Neu-Oberligist beim Sven-Maletzki-Cup der SG Ratingen antritt, hat die Mannschaft noch sieben Wochen, sich auf die neue Saison vorzubereiten. Eine spannende Saison. "Wir wissen ja noch nicht so recht, was uns erwartet", sagt Manager Kalle Töpfer. In der neuen Liga spielen vier Oberligisten - plus die besten Teams der beiden Verbandsligen der vergangenen Saison. "Ich kenne die Mannschaften aus der anderen Gruppe nicht so genau", sagt Töpfer. "Aber ganz sicher ist: Die Qualität in der Liga wird steigen." Von daher ist das erklärte Ziel der Lintorfer, die Klasse zu halten. "Alles andere wäre im ersten Jahr vermessen", sagt Trainer Beckers. "Vielleicht haben wir Glück und einen Lauf, das nehmen wir mit. Aber wahrscheinlich ist, dass wir gegen den Abstieg spielen. Da ist unser Ziel, so früh wie möglich sicher zu sein. Große Taten erwartet von uns sicherlich keiner."

Die Mannschaft ist weitgehend zusammengeblieben. Einziger echter Abgang ist Niki Töpfer - der Sohn des TuS-Managers wechselt zum TV Angermund. "Er wollte mehr Freiheiten, auch mal ein Training aussetzen dürfen. Weniger Intensität also", sagt Trainer Beckers. "Zudem spielen in Angermund viele Freunde von ihm." So ganz können die TuS-Verantwortlichen den Wechsel nicht nachvollziehen. Böse ist Töpfer aber keiner. "Seine Entscheidung kam nur etwas spät", betont Beckers. So gehen die Lintorfer vorläufig nur mit Lukas Feld als Ersatz in die Saison. Denn auch der zweite Linksaußen, Kevin Held, hat sich verabschiedet - in die zweite Mannschaft. Auch Adelbert Ignerski will nach vielen Jahren im grünen Trikot kürzertreten und wird neuer Co-Trainer Beckers'. "Er soll ein, zwei Übungen pro Woche mitmachen", sagt der Coach.

Als zweiter Zugang kommt Kevin Michalski von der SG Unterrath. "Er möchte es mal höherklassig versuchen", sagt Beckers. Erste Luft in dieser Hinsicht kann er dann direkt am kommenden Wochenende bei der SG schnuppern. "Gladbeck und wir sind die einzigen Oberliga-Teams bei dem Turnier", berichtet Beckers. "Das wird also ganz schön schwer für uns. Aber es ist schön, das sind mal Gegner, gegen die man sonst nicht spielen würde."

Das gilt auch für die neue Saison. Denn aus der Oberliga und der anderen Verbandsliga kommen viele neue Teams. Immerhin bleiben die Derbys gegen Überruhr, Mettmann und Angermund bestehen. "Schade, dass der TV den Aufstieg nicht geschafft hat", betont Kalle Töpfer. "Es wird aber Euphorie da sein. Wir haben vor 15 Jahren zuletzt Oberliga gespielt. Ich denke, da wird alleine der Name der Liga schon neue Zuschauer in die Halle bringen."

Quelle: RP
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