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Lokalsport
Löwenbändiger Ratka verlässt das Rudel

Ratingen. Der Trainer und Berater muss aus privaten Gründen kürzertreten. Nun wird ein neuer Assistent gesucht. Von André Schahidi

Der Vertrag war frisch verlängert, da wartete Richard Ratka mit einem Paukenschlag auf: Der Erfolgstrainer der SG Ratingen, der in der vergangenen Saison als "rechte Hand" von Spielertrainer Simon Breuer fungierte und dies auch in der kommenden Spielzeit tun sollte, wird den Verein mit sofortiger Wirkung verlassen. Private Gründe kommen für den Altmeister zu den beruflichen Schwierigkeiten hinzu - und in Summe ist es für Ratka nicht mehr machbar, Zeit für den Handball aufzuwenden.

"Zusätzlich zu den gestiegenen beruflichen Belastungen haben sich in den letzten Tagen private Faktoren gesellt, die es mir nicht mehr erlauben, meinen Ansprüchen an eine professionelle Trainertätigkeit gerecht zu werden", sagt Ratka. "Das war eine schwere Entscheidung, aber ich musste sie treffen. Auch im Sinne des Vereins." Er will jedoch nicht ganz von der Bildfläche verschwinden. "Ich werde natürlich weiterverfolgen, wie sich die Jungs anstellen und auf anderer Ebene meine Unterstützung einbringen, wenn sie benötigt wird", sagt Ratka.

Im Verein ist man alles andere als glücklich mit dem Weggang des Aufstiegstrainers in die Dritte Liga. "Wir haben Richard sehr viel zu verdanken, er hat die Entwicklung der Mannschaft und des Vereins maßgeblich beeinflusst", sagt Manager Bastian Schlierkamp. "Wir haben immer eine sehr offenen und ehrliche Art gepflegt, miteinander umzugehen und so sehr ich seinen Schritt bedauere, genauso gut verstehe ich die Beweggründe und bedanke mich ausdrücklich für drei tolle Jahre!"

Ratka kam 2013 zum damaligen Neu-Oberligisten, stieg dann direkt in der ersten Saison mit dem Löwenrudel in die Dritte Liga auf. Danach stabilisierte sich das Team in der neuen Spielklasse. Ratka hatte indes immer Probleme, seinen Beruf und das Traineramt unter einen Hut zu bringen. Deshalb trat er in der vergangenen Spielzeit schon kürzer: Simon Breuer wurde Spielertrainer, Ratka fungierte fortan als "Berater" und saß bei Spielen auf der Bank.

Die Verantwortlichen bei der SG wollen sich nun nicht alleine auf Spielertrainer Breuer verlassen. Auch abseits des Feldes wird ein Assistent benötigt. Und dabei geht die SG den Weg der Verjüngung: Aus Simon Breuers Handball-Umfeld hat sich ein Kandidat aufgetan, der Anfang 30 ist und einiges an Erfahrung vorweisen kann. "Wir sind in Gesprächen und hoffen, in den kommenden Tagen diese Baustelle schließen zu können", sagt Manager Schlierkamp. Trainingsauftakt des Löwenrudels ist am 23. Juli mit einem Spiel gegen den Oberligisten Sundwig, eine Woche später findet der eigene "Sven-Maletzki-Cup" in der Sporthalle an der Gothaer Straße statt.

Die Drittliga-Saison beginnt am 3. September mit einem Auswärtsspiel beim Neusser HV - dann ohne "Altmeister" Ratka, sondern mit einem jüngeren verlängerten Arm von Spielertrainer Simon Breuer auf der Bank

Quelle: RP
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