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Lokalsport
Meeting: Der Kampf um die Stars

Ratingen. Noch ist nicht sicher, welche Mehrkämpfer am letzten Juni-Wochenende in Ratingen an den Start gehen werden. Von André Schahidi

In einer Sache ist sich Marco Buxmann sicher: So eine Farce wie 2015 darf es nicht noch einmal geben. Damals, beim Mehrkampfmeeting im Ratinger Stadion, wurden über 2000 Zuschauer am Sonntag Zeuge eines Favoritensterbens. Reihenweise stiegen sie aus, die Zugpferde des deutschen Mehrkampfs. Vor allem die deutschen, die als Vorbilder und Stars taugen sollen.

"Uns war klar, so etwas darf nicht noch einmal passieren", sagt Buxmann, der Direktor des Meetings. Und deshalb wurden seit der letzten Auflage viele Gespräche geführt. Mit den Athleten, mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband, mit Sponsoren. "Wenn die Sportler reihenweise aussteigen, ist das respektlos gegenüber Zuschauern, Sponsoren und dem Ausrichter. Das haben wir den Sportlern klargemacht." Und so ist Buxmann zuversichtlich, dass der Wettkampf am letzten Juni-Wochenende diesen Jahres ein spannender werden wird.

Auch wenn der Meeting-Direktor noch keine einzige feste Zusage hat. Denn das Meeting in Götzis (Österreich), rund vier Wochen vor dem im Ratingen, hat bei den meisten Stars immer noch Priorität. Auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele, die rund sechs Wochen nach dem Termin in Ratingen stattfinden. Buxmann hofft da ein wenig auf den 2012-Effekt: "Damals dachten alle, es kommt keiner. Aber dann wurde es im Hinblick auf die Nominierung so eng, dass am Ende fast alle am Start waren." In diesem Jahr ist die Ausgangslage durch die Europameisterschaft eine andere. "Durch die verschiedenen Termine kann ein Athlet, der an der EM teilnimmt, nicht zu Olympia fahren", sagt Idriss Gonschinska, der Bundestrainer im Mehrkampf. Faktisch bedeutet dies, dass es einen A- und B-Kader für Olympia in Brasilien und die Europameisterschaft geben wird. Und für die EM, die im Juli stattfindet, zählt Ratingen schon gar nicht mehr mit - der Nominierungszeitraum endet nach dem Wettkampf in Götzis.

Der Passus, dass der bestplatzierte Deutsche in Ratingen bei Erreichen der Mindestpunktzahl ein automatisches Ticket für Rio erhält, wurde gestrichen - die Regel brachte im Vorjahr nicht viel, da einzig Michael Schrader den Wettbewerb bis zum Ende durchzog. Der war aber durch seine Punktzahl in Götzis ohnehin für die WM in Peking gesetzt. In diesem Jahr sieht Gonschinska fünf bis sechs Kandidaten bei den Männern, die die Mindestpunktzahl erreichen können. Bei den Frauen sind es drei bis vier.

Eine davon ist Carolin Schäfer. Sie war beim PR-Termin für das Meeting, gestern in Ratingen, dabei. Für sie liegt das Meeting perfekt im Zeitplan für die Olympia-Vorbereitung. "Schließlich kann man Wettkampf-Praxis nur in Wettkämpfen sammeln", betont Gonschinska. Und Schäfer ist die geborene Mehrkämpferin, gehört zu den stärksten Athletinnen des Landes. "Ich kann keine Disziplin richtig", sagt sie. "Aber in der Addition aller sieben Disziplinen kommt ein guter Wert dabei heraus." Am Weitsprung müsse sie vor allem noch arbeiten.

Wo könnte sie das unter Wettkampfbedingungen besser tun, als in Ratingen? Nur: Schäfer, die das Plakat des Meetings ziert, war im Vorjahr eine der vielen, die frühzeitig aufgab. Kein gutes Zeichen.

Quelle: RP
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