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Leichtathletik 19. Mehrkampf-Meeting In Ratingen
Schrader springt der Konkurrenz davon

Mehrkampf-Meeting in Ratingen
Mehrkampf-Meeting in Ratingen FOTO: dpa, a
Ratingen. Der Duisburger gewinnt im Zehnkampf. Pascal Behrenbruch ist im Kampf um ein WM-Ticket ohne Chance. Von Nils Jewko

Zwei Mal war auf der großen Anzeigetafel bei Michael Schrader schon das "X" zu sehen - kein gültiger Versuch für den Vize-Weltmeister. Wie schon vier Wochen zuvor in Götzis (Österreich) musste der 28-jährige Zehnkämpfer von der SG Hessen Dreieich im letzten Durchgang den Absprung rechtzeitig treffen, um beim Ratinger Mehrkampf-Meeting die Konkurrenz nicht schon am ersten Tag aus den Augen zu verlieren. Und Schrader lieferte. Der gebürtige Duisburger flog auf eine Weite von 7,81 Metern und sammelte wichtige Zähler auf dem Weg zu seiner persönlichen Saisonbestleistung von 8419 Punkten, mit der er sich den Sieg vor Willem Coertzen aus Südafrika (8341) und Pascal Behrenbruch (7826) sicherte.

"Die Stimmung im Stadion war super. Aber beim Weitsprung hatte ich jetzt wieder Glück und darauf kann ich in Peking gerne verzichten", sagte Schrader mit Blick auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August. Dass er nach dem abschließenden 1500-Meter-Lauf von einem Trainingswettkampf ohne großen Druck sprach, lag auch an der vorzeitigen Aufgabe von gleich neun Athleten. Darunter waren mit Kai Kazmirek und Rico Freimuth die beiden weiteren WM-Teilnehmer für Deutschland, die sich ihr Ticket über ihre Punktzahl aus Götzis sicherten. "Ich habe mir das Knie im Weitsprung etwas verdreht und wollte daher nichts mehr riskieren", erklärte Vorjahressieger Freimuth seinen Ausstieg nach fünf Disziplinen.

Erleichtert wurde ihm die Entscheidung durch den schwachen Auftritt von Pascal Behrenbruch - dem letzten verbliebenen Konkurrenten um einen Startplatz bei der Weltmeisterschaft. Doch der 30-Jährige von der LG Eintracht Frankfurt erwischte einen rabenschwarzen ersten Tag und konnte insgesamt nur beim Kugelstoßen und beim Speerwerfen mit guten Leistungen überzeugen. "Ich hatte gehofft, dass mich die acht Monate Vorbereitung in den USA mehr nach vorne gebracht hätten. Am Ende hat es leider nicht gereicht, aber durch das ständige Anfeuern der Zuschauer hat es mir trotzdem Spaß gemacht", resümierte Behrenbruch seinen Auftritt.

Ein großes Lob heimsten an diesem Wochenende jedoch andere Athleten ein. "Den Zustand der männlichen Mehrkämpfer bewerte ich als Eins mit Sternchen. Vor allem Schrader ist gut unterwegs und wenn er gesund durch die Saison kommt, traue ich ihm zu, den deutschen Rekord zu brechen", sagte der Olympia-Zweite von 1996, Frank Busemann.

Dieser liegt schon 31 Jahre zurück und wird mit 8832 Punkten von Jürgen Hingsen gehalten. Ähnliche Ergebnisse dürften laut Idriss Gonschinska auch in Peking notwendig sein, um die Heimreise mit einer Medaille im Gepäck antreten zu können. "Wir sind mit einigen Athleten auf einem guten Weg, aber es ist noch einiges zu tun. Angesichts der Konkurrenz um Weltmeister Ashton Eaton wird man 8700 Punkte anpeilen müssen", glaubt der Cheftrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Geht es nach Michael Schrader, ist das goldene Edelmetall aber bereits an den Amerikaner vergeben.

Quelle: RP
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