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Nach Pleite: Ratka stellt sich in Frage

Lokalsport: Nach Pleite: Ratka stellt sich in Frage
SG-Trainer Richard Ratka (2.v.l.) war fassungslos ob der Leistung seiner Mannschaft in der Schlussphase - so sehr, dass er gar seinen Trainerposten in Frage stellte. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Der Handball-Drittligist verliert in den Schlussminuten 21:23 gegen Schalksmühle. Der Trainer ist frustriert. Von Nils Jewko

Als Richard Ratka nach Spielschluss in der Sporthalle an der Gothaer Straße zum Mikrofon griff, fand der Trainer der SG Ratingen in seiner gewohnten Manier klare Worte. Es war allerdings nicht die Analyse der Leistung seiner Mannschaft, die für Gesprächsstoff unter den 252 Zuschauern sorgte, sondern die Aussagen zu seiner eigenen Person. "Wir haben angefangen zu diskutieren und das geht nicht. Das sind Dinge, bei denen ich mir die Frage stelle, ob ich die Jungs noch erreiche", betonte der ehemalige Bundesligaspieler und ergänzte: "Ich werde in Ruhe über dieses Thema nachdenken und dann entscheiden, wie es weitergeht."

Es waren vermutlich die letzten fünf Minuten in der Partie gegen die SG Schalksmühle-Halver, die unter Berücksichtigung aller Emotionalität während eines Spiels zu Ratkas Aussagen führten. Es passt zum durchwachsenen Saisonstart der SG, dass die Ratinger die Begegnung in der Schlussphase noch aus der Hand gaben und beim 21:23 (10:8) bereits die dritte Niederlage im fünften Spiel einsteckten. "Wir sind über 55 Minuten die bessere Mannschaft, spielen konsequent unsere Angriffe aus und die Abwehr steht super. Zum Schluss sind wir dann aber wieder eingebrochen und konnten unsere Führung im Gegensatz zur Vorwoche nicht über die Zeit bringen", erklärte Kreisläufer Sebastian Bartmann, der wie Mike Schulz sechs Treffer beisteuerte.

Doch der ganz wichtige siebte Treffer wollte dem Rechtsaußen nicht gelingen. 50 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 21:22 schnappte sich Schulz den Ball, trat an die Siebenmeter-Linie - und scheiterte am Torhüter. Im direkten Gegenzug durchbrachen die Gäste die Deckung der SG und sorgten für die Entscheidung. Während die Spieler von Schalksmühle kurz danach den Auswärtssieg lautstark feierten, saßen die Ratinger fünf Meter weiter mit hängenden Köpfen auf der eigenen Auswechselbank.

Zuvor hatte die SG in einem insgesamt schwachen Spiel lange Zeit alles im Griff. Nach einer Anfangsphase, in der beide Teams zahlreiche hochkarätige Chancen fast schon sträflich liegenließen, erspielten sich die Ratinger in der zweiten Halbzeit eine Vier-Tore-Führung. Und obwohl Top-Torschütze Simon Breuer größtenteils in Manndeckung genommen wurde und Dominic Kasal mit zwei Zwei-Minuten-Zeitstrafen, einigen Fehlpässen und Fehlwürfen nicht seinen besten Tag erwischte, konnte die SG die Führung fortan behaupten. Bis fünf Minuten vor Schluss.

"55 Minuten haben wir alles richtig gemacht. Die Deckung war gut und vorne haben wir unsere Tore irgendwie gemacht. Was mich dann aber sehr ärgert, sind die letzten fünf Minuten. Wir hatten nicht mehr die Kraft und die nötige Disziplin", sagte Ratka. Der nun nachdenken muss.

Quelle: RP
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