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Lokalsport
Ordentliche Leistung reicht der SG nicht

Ratingen. Gegen die starke HSG Krefeld gibt dich der Handball-Drittligist erkennbar Mühe, verliert aber trotzdem 26:31 (13:14). Von André Schahidi

Nach dem Spiel war der Applaus am größten. Dann nämlich, als sie alle einzeln nach vorne geholt wurden. Yannick Eckervogt, Mathis Stecken, Malte Jaeger, Mike Schulz, Fabian Bednarzik - das Quintett verlässt die SG Ratingen und wurde nach dem Spiel gegen die HSG Krefeld noch einmal verabschiedet. Das Ergebnis der vorletzten Saisonpartie war da schon fast vergessen. 26:31 (13:14) verlor das Team von Spielertrainer Simon Breuer sein letztes Heimspiel vor der tollen Kulisse von 384 Zuschauern.

Die Schlüsselszenen der Partie ereigneten sich kurz nach der Pause. Gerade hatte die SG aus einem 13:15 ein 15:15 gemacht - weil Florian Schlierkamp sich einen Ball erkämpft hatte und Dominic Kasal den Tempogegenzug perfekt abschloss. Doch dann kassierte das Löwenrudel fünf Treffer in Folge binnen nur sechs Minuten zum 15:20. Ein Rückstand, denn die Ratinger nicht mehr aufzuholen vermochten. Der Rückstand pendelte sich zwischen drei und fünf Treffern ein, ernsthafte Chancen, das Spiel noch zu gewinnen, hatten die Gastgeber nicht mehr.

Bis zu den fünf Treffern am Stück hielt die SG gut mit. "Mit der gezeigten Leistung heute hätten wir einige andere Spiele gewonnen", meinte Spielertrainer Breuer. "Aber wenn eine Spitzenmannschaft wie Krefeld auch einen guten Tag erwischt, wird es halt schwer." Seine Schützlinge hatten dennoch ihre Probleme mit der Deckung, zu viele "einfache" Bälle rutschten aus dem Rückraum durch. Malte Jaeger und Mathis Stecken bekamen im Tor nur zu selten eine Hand an den Ball.

Vorne zeigten die Ratinger eine vorzeigbare Leistung. Breuer warf neun Tore, Eckervogt zeigte sich in seinem letzten SG-Auftritt noch einmal dynamisch und erzielte vier Tore. Sie waren auch die stärksten Ratinger an diesem Tag. Doch den Gästen mit ihrem furchtbar giftigen Kreisläufer Marcel Goerden, der mit seinen immer etwas theatralisch angehauchten Einlagen für einige Emotionen sorgte, waren sie an diesem Abend nicht gewachsen. Goerden erzielte fünf Treffer, Maik Schneider warf gar achtmal ein.

Und so rutscht das Löwenrudel am Ende einer langen Saison mit einem kleinen Kader noch einmal auf Rang zwölf ab. Sicherlich nicht das, was sich einige vorgestellt haben. So ist der Umbruch, der im Kader der SG stattfindet, nicht verwunderlich. Zumal es heißt, dass die Stimmung im Laufe des Jahres nicht immer die Beste war. Die Beteiligten geben sich dazu betont diplomatisch. "Die Spieler, die uns verlassen, haben freiwillig gesagt, dass sie gehen wollen", sagt Spielertrainer Breuer. "Was nicht heißen soll, dass die sportliche Entscheidung im einen oder anderen Fall nicht ähnlich ausgefallen wäre."

Eckervogt, der innerhalb Liga drei zum TuS Volmetal wechselt, spricht vom "schwersten Jahr meiner Karriere. Ich freue mich jetzt auf mein neues Team, das eng zusammenhält und in einer kleinen Halle nach vorne gepeitscht wird". Ein gewollter Seitenhieb Richtung Ratingen war das ganz sicher nicht - doch ungewollt zeigte es doch auf, woran es an der Gothaer Straße in dieser Saison mangelte.

Quelle: RP
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