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Lokalsport
Radsportler leben die Gemeinschaft

Lokalsport: Radsportler leben die Gemeinschaft
Die Radsport-Truppe des TV Ratingen mit ihrem Leiter Hugo van Lil (Mitte, 7.v.r.). FOTO: TVR
Ratingen. Seit zehn Jahren gibt es die Abteilung im TV Ratingen. Unter der Leitung von Hugo van Lil machen sie viele nationale und internationale Touren. Für den Belgier, der früher selbst Amateurrennen fuhr, ist das Kollektiv das Wichtigste. Von Erdinc Özcan-Schulz

Der TV Ratingen feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag. Mit unterschiedlichen Aktionen und Präsentationen macht der mitgliederstärkste Ratinger Verein auf sich und seine unterschiedlichen Abteilungen aufmerksam. Doch am Rande der großen Feierlichkeiten begehen 17 Radfahrer als eine der kleinsten Abteilungen zusätzlich noch ein eigenes Jubiläum. Seit zehn Jahren fahren die Sportler unter der Leitung von Hugo van Lil für die Grün-Weißen auf zwei Rädern durchs Land.

Von der TVR-Geschäftsstelle am Stadionring als Treffpunkt startend, radelt der Belgier ganzjährig mit seiner Gruppe donnerstags und samstags drei bis vier Stunden. Dabei sind oft das Bergische Land und die Elfringhauser Schweiz das Ziel. Das Ruhrgebiet und der Niederrhein stehen ebenso auf dem Plan wie die Niederlande. Schlechtes Wetter kennt die Gruppe dabei nicht. Sogar wenn die Straßen vereist sind oder es schneit, lässt van Lil nichts ausfallen. "Dann treffen wir uns eben im TVR-Sportzentrum Ost zum Spinning", sagt er.

Obwohl sie als Mannschaft an keinerlei Meisterschaften oder Teamwettbewerben teilnehmen, weisen die TVR-Athleten sportliche Erfolge vor. Einige Fahrer starten regelmäßig bei verschiedenen Giro-Rennen der Region. Dazu fuhr Klaus Bronny in sieben Renn-Tagen auf 20 000 Höhenmetern die 900 Kilometer lange Transalp-Tour. Und das nur kurz nach seiner Schlüsselbeinbruch-Verletzung. Sein Namensvetter Klaus Lindemanns brachte beim Bodensee-Marathon 220 Kilometer hinter sich. Besonders beachtlich ist in diesem Zusammenhang: Lindemanns ist 71 Jahre alt. Nach den Worten seines Coachs hat er die Fitness eines 40-Jährigen.

Vielversprechende Talente hat TVR indes nicht am Start. Junge Leute wie Lars Piekenbrink und Konstantin Peveling musste van Lil dagegen zu klassischen Radsportvereinen ziehen lassen. "Dort können sie intensiver trainieren. Hier beim TVR können wir das leider nicht bieten", stellt van Lil nüchtern klar. Radsport beim TVR ist nicht als Leistungssport zu führen. "Sie sollen ihren Weg machen. Wir konzentrieren uns hier auf den Breitensport", betont er. Es ist eine Grundsatzentscheidung.

Besonders stolz ist der Belgier trotzdem darauf, dass die Ratinger Drahtesel-Gruppe trotzdem zu den größten Teams der Region gehört. "17 Aktive hat kaum ein Klub noch in seinen Reihen. Teilweise radeln Mannschaften mit sechs Leuten herum", berichtet der ehemalige Elite-Amateurrennfahrer. Dabei hat sich die Gruppe im Laufe der Jahre zu einem engen Freundeskreis entwickelt. Sicherlich ein Verdienst des fürsorglichen Sprachlehrers, für den das Kollektiv über allem steht. Und der ein Glücksfall für den TV Ratingen ist.

Dorthin wurde der ehemalige Amateurfahrer, der in seinen jungen Jahren 26 Rennen in einem Jahr gewann, vom damaligen Vorsitzenden Horst Becker geholt. "Plötzlich klingelte das Telefon und Herr Becker war dran. Er sagte, dass er beim TV Ratingen eine Radgruppe haben will und ich es aufbauen soll", erinnert sich van Lil. Obwohl er Becker nur kurz kennenlernte, hielt der Belgier das Versprechen, was er dem ehemaligen Vereinschef gab. Eine gute Radgruppe, mit der er wöchentlich ein Ziel verfolgt. Gemeinsam losfahren und gemeinsam ankommen.

Das klappt nun schon seit zehn Jahren bestens.

Quelle: RP
 
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