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Lokalsport
Raschka: "Hätte gern gegen Idrissou gespielt"

Ratingen. Der Ex-Bundesliga-Profi vom KFC Uerdingen ist gegen Ratingen 04/19 gesperrt. Der RSV-Keeper freut sich dennoch auf das Spiel. Von André Schahidi

Normalerweise sind Fußballer nicht gerade unglücklich, wenn beim gegnerischen Team Akteure ausfallen. Eine Schwächung bedeutet ja schließlich höhere Siegchancen für die eigene Mannschaft. Dennis Raschka von Ratingen 04/19 ist indes alles andere als glücklich über die Rote Karte, die Mo Idrissou in Diensten des KFC Uerdingen am vergangenen Wochenende erhielt. "Ich hätte gerne gegen ihn gespielt", sagt der 23-jährige Torhüter. "Schließlich war er schon mal ein großer Name." Uerdingen ist morgen der Gastgeber der Ratinger in der Fußball-Oberliga - und muss ohne den ehemaligen Bundesliga-Stürmer, der schon für Mönchengladbach, Freiburg, Frankfurt und Kaiserslautern antrat, auskommen.

Auf das Duell in der Grotenburg freut sich der 04/19-Schlussmann jedoch auch ohne den prominenten Gegenspieler. "Natürlich ist das ein Highlight", sagt Raschka. "In der Oberliga spielen wir meistens vor 200, 300 Zuschauern. Da sind 2000, wie in Uerdingen, schon ziemlich großartig." Angst vor der großen Kulisse hat Raschka aber nicht. "Klar, es ist echt selten, vor so vielen Zuschauern zu spielen. Aber in Wuppertal hat es uns als Mannschaft vergangene Saison auch beflügelt. Ich habe gut gehalten, die Jungs super gekämpft - und wir haben 2:1 gewonnen." Raschka war damals einer der Sieggaranten bei vielen guten Paraden gegen den WSV-Angriff.

Genau das ist es, was für Trainer Peter Radojewski einen guter Torhüter ausmacht. "Ich habe Dennis gesagt, dass ein Torwart für mich 50 Prozent der Mannschaft stellt", sagt Radojewski. "Und Dennis ist ein gestandener Torwart, der schon einige Spiele für uns gewonnen hat. Darum geht es." In der Anfangsphase der aktuellen Spielzeit fügte sich der Torhüter ein wenig in das Bild des RSV ein - die Anfangsschwierigkeiten gingen auch am Bochumer nicht spurlos vorbei. "Ich bin froh, dass ich die letzten vier, fünf Spiele meine alte Form wiedergefunden habe", sagt Raschka.

Dass es für ihn in Ratingen so gut läuft, war vor der abgelaufenen Saison nicht unbedingt zu erwarten. "Dennis kam ja nicht als klare Nummer eins zu uns", betont Radojewski. "Aber hat von Anfang an überzeugt und einen riesen Sprung gemacht." Und so gibt es keine Diskussion, wer beim RSV im Tor steht. "Das tut gut", sagt Raschka. "In Essen haben wir uns vorher mit vier Leuten die Torhüterposition geteilt. Da hast du alle paar Wochen mal gespielt. Ich merke jetzt erst so richtig, was es bedeutet, wenn du genug Praxis hast und der Trainer auf dich baut." Deshalb sieht der Keeper auch keinen Grund, Ratingen mittelfristig zu verlassen. "Im Sommer hatte mich Hüls aus der Oberliga Westfalen kontaktiert. Ich habe mir das auch angehört. Am Ende hat mir mein Gefühl aber gesagt, dass ich in Ratingen bleiben soll. Der Verein ist super, der Trainer ist toll - warum sollte ich wechseln?"

Dazu kommt noch, dass auch im Umfeld alles passt. "Die tägliche Fahrerei aus Bochum ist zwar schon anstrengend", sagt Raschka, der im Ruhrgebiet eine Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann macht. Dort hat er das Glück, einen fußballverrückten Chef zu haben. "Der hat früher sogar mal selber für Ratingen gespielt. Daher sagt er, wenn wir mal unter der Woche antreten müssen haben, dass ich auch schon mal eine halbe Stunde früher abhauen kann."

Am Sonntag wird das jedoch nicht nötig sein. Und Raschka wird auch so rechtzeitig in der Grotenburg eintreffen. "Ich freue mich sehr auf das Spiel", sagt der 23-Jährige. "Und ich hoffe sehr, dass wir da was mitnehmen. Aber Krefeld hat ja auch ohne Idrissou genug Qualität in der Mannschaft." Eine Chance mehr für Ratingens Nummer Eins, sich vor großer Kulisse auszuzeichnen.

Quelle: RP
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