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Lokalsport
Rekordmeister Borussia vor dem Aus

Ratingen. Erstmals in der Geschichte der Tischtennis-Bundesliga könnte er nicht an den Play-offs teilnehmen. Von Tino Hermanns

Noch nie hat Borussia die Play-offs der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) verpasst. Doch irgendwann reißt jede Serie - und bei der Borussia könnte das am Ende dieser Saison der Fall sein. Es ist zwar noch nicht hundertprozentig sicher, aber sie hat es nicht mehr selbst in der Hand.

Nach der gestrigen 1:3-Niederlage im Heimspiel gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt rangiert der Rekordmeister aus Düsseldorf mit 18:16 Punkten lediglich auf Tabellenplatz fünf. Bergneustadt ist mit 20:14 Zählern Vierter und belegt damit den letzten Play-off-Platz.

Es steht zwar noch ein Spieltag aus, doch an dem müssten die Schwalben zu Hause gegen Post SV Mühlhausen (10:24/Tabellenachter) verlieren, während gleichzeitig die Borussen beim ASV Grünwettersbach (6:28/10.) gewinnen müssten. "Das wird sich Bergneustadt nicht nehmen lassen", meint Manager Andreas Preuß. "Wir können nur noch auf ein Wunder hoffen."

Der Arag Center Court war zum "Play-off-Endspiel" gegen Bergneustadt mit 1100 Tischtennis-Fans ausverkauft, darunter auch 50 Fans aus Bergneustadt. Aber die machten mehr Stimmung als die Borussia-Anhänger, denen die Zuversicht auf einen Sieg bereits bei der Bekanntgabe der Aufstellungen abhanden gekommen war. Borussias Tischtennis-Weltstar Timo Boll (Weltrangliste 10) verzichtete wegen eines grippalen Infekts auf einen Einsatz.

So wurde Sharath Kamal Achanta (57) von Chefcoach Danny Heister ins Auftakt-Einzel gegen den deutschen Nationalspieler Steffen Mengel (70) geschickt. Achanta hatte zunächst alles im Griff, führte mit 2:0 Sätzen und hatte drei Matchbälle. Zu wenig, wie sich herausstellte, denn Mengel wehrte dreimal ab und drehte die Partie vollends.

Auf Position zwei sollte Patrick Franziska (47) den amtierenden Meister gegen den Ex-Borussen Ricardo Walther (93) in die Erfolgsspur zurückbringen. Ohne Erfolg. Der 23-jährige Düsseldorfer konnte sein enormes spielerischen Potenzial allenfalls andeuten und verlor. "Franz ist in einem tiefen psychischen Loch. Sich da rauszuziehen, ist ein langer Weg", meinte Preuß.

Hoffnungen auf den Play-off-Einzug der Gastgeber nährte der Sieg von Panagiotis Gionis (35) über Benedikt Duda (121). Der Düsseldorfer Abwehr-Virtuose hatte lediglich im ersten Satz Probleme. Doch immer, wenn er gefordert war, legte er einen Gang zu und sicherte sich ein Übergewicht.

Und dann stand Achanta wieder am Tisch. Erneut hatte er Matchbälle, diesmal zwei gegen Walther, und erneut konnte er den Sack nicht zumachen und verlor in fünf Sätzen. Tragisch für den Inder, der mit seiner kämpferischen Art vielfach zu Borussia-Triumphen beigetragen hat. "Das geht Kamal nahe. Er wird lange brauchen, bis er das verarbeitet hat", vermutete Preuß.

Die Niederlage und das wahrscheinliche Aus waren besiegelt. "Dazu fehlen einem die Worte", sagte der enttäuschte Manager.

Quelle: RP
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