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Lokalsport
Robert Tlatlik ist Deutscher Meister

Ratingen. Der 27-jährige Düsseldorfer gewinnt im Super-Leichtgewicht gegen den Hamburger Said Rahimi durch Technischen K.o.. Von Thomas Schulze

Als Weltmeister Wladimir Klitschko enttrohnt wird, hockt Robert Tlatlik da, trinkt Wasser und Säfte und lässt Kranwasser über die Hände laufen. Als er endlich seine Dopingprobe abgeben kann, ist der Hauptkampf vorbei. Dass er ihn verpasst hat, ist ihm völlig egal. Robert Tlatlik ist einfach nur glücklich über seinen Sieg gegen Said Rahimi. Mit einem Kopfhaken hatte der Düsseldorfer in der zehnten Runde 17 Sekunden vor dem Ende für den Technischen K.o. gesorgt und den Titel als Internationaler Deutscher Meister errungen.

Der Sieg vor 50.000 Zuschauern in der Esprit-Arena war verdient. Tlatlik dominierte den Kampf mit seiner guten Führhand und schickte Rahimi in der dritten Runde zu Boden. Der starke Hamburger wurde angezählt, doch er wehrte sich - mit zunehmender Rundenzahl und schwindenden Kräften jedoch auch unsauberer. Einen Tiefschlag steckte Tlatlik noch weg, doch als er einen Treffer kassierte, lange nachdem der Ringrichter den Kampf unterbrochen hatte, war der Lokalmatador sichtlich angeschlagen. Rahimi drohte die Disqualifikation, die von vielen gefordert wurde. "Aber Robert wollte so nicht gewinnen", sagt Trainer Stefan Freudenreich. "Das hat immer einen faden Beigeschmack. Aber ich habe ihm gesagt: Jetzt musst du ihn k.o. schlagen." Sein Schützling hat auch diese Forderung kurz vor Schluss dann erfüllt.

Der Sieg war verdient, weil Tlatlik lediglich zwei Runden abgab und seine technische Überlegenheit gegen den allerdings sehr unangenehmen Kontrahenten deutlich war. "Es war ein zäher Gegner, der eine Menge einstecken konnte", meinte Tlatlik, der mit seinem Kampfaufbau mit langer Führhand zufrieden war. "Aber ein paar Sachen hätte ich noch besser machen können", sagt er. "Ich hätte noch übersichtlicher aus der langen Distanz boxen müssen." Zufrieden ist er allemal. "Der Aufwand hat sich gelohnt."

Nach dem Kampf ist er sofort nach Hause gefahren. Es dauerte natürlich, bis die Anspannung langsam abfiel; gegen vier Uhr schlief er ein. Gestern hat er zahlreiche Glückwünsche entgegengenommen und den ersten Advent im Kreise der Familie genossen. Den Abend hat er mit seiner Freundin Scarlett verbracht. Gefeiert hat er noch nicht und er hat auch für die nächsten Tage keine Fete geplant. "Ich muss mich jetzt wieder auf die Uni konzentrieren", sagt der Student für angewandte Kognitions- und Medienwissenschaft. "Und dann kommen die Weihnachtsferien."

Das Boxjahr 2015 ist für ihn beendet. Jetzt hofft der Internationale Deutsche Meister im kommenden Jahr auf attraktive Angebote.

Quelle: RP
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