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Schäfer will in Ratingen siegen

Lokalsport: Schäfer will in Ratingen siegen
Entspanntes Einlaufen am Stadionring: Carolin Schäfer (vorne) joggt mit Ratinger Schülern und Friedrich Schnadt (3.v.l.) von den Stadtwerken. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Die beste deutsche Mehrkämpferin kommt mit der höchsten Punktzahl seit 25 Jahren zum Meeting in Ratingen. Von André Schahidi

Junioren-Welt- und Europameisterin, Platz fünf bei Olympischen Spielen, Rang vier bei Europameisterschaften - Carolin Schäfer ist Erfolge gewöhnt. Doch eines konnte die Mehrkämpferin noch nicht schaffen: Den Sieg beim Stadtwerke-Meeting in Ratingen. "Es wird langsam mal Zeit", sagt sie mit einem Schmunzeln. Doch ob sie in diesem Jahr (24./25. Juni) den Titel packt, ist ganz schön fraglich.

Denn Schäfers Freud ist Ratingens Leid: Beim noch etwas größren Meeting in Götzis (Österreich) wurde Schäfer Zweite - und das mit fast fabelhaften 6836 Punkten. Mehr hat seit 25 Jahren keine deutsche Athletin erreicht. "Das ist schon Wahnsinn und eröffnet ganz neue Möglichkeiten", sagt die Polizeikommissarin. Keine Frage also, dass Schäfer zur Weltmeisterschaft im August in London reisen wird. "Wir müssen uns jetzt voll auf London konzentrieren", sagt Schäfer. "Ratingen muss ich dann aus dem vollen Trainingsbetrieb bestreiten." Heißt: Bestleistungen sind wahrscheinlich keine zu erwarten. "Es wäre vermessen, in Ratingen wieder 6800 Punkte anzupeilen. Aber ich muss mich nun stabilisieren. Ratingen ist ein tolles Sprungbrett für London."

Das reicht jedoch nicht allen. Friedrich Schnadt vom Hauptsponsor Stadtwerke Ratingen fand deutliche Worte Richtung Spitze des Deutschen Leichtathletik-Verbandes: "Das Meeting muss mehr vermarktet werden, wir brauchen Fernsehzeiten. Das darf kein Training sein, die Leute wollen einen richtigen Wettkampf sehen."

Den dürften die Zuschauer bei den Männern indes unter Garantie geboten bekommen: Weil Kai Kazmirek, der im letzten Training umknickte, und Arthur Abele (Krankheit) nicht in Götzis starten konnten, sind sie in der Pflicht, in Ratingen abzuliefern um die Norm für die WM zu schaffen. Angeheizt werden sie dabei sicherlich von Top-Mehrkämpfern wie Leonel Suárez aus Kuba, der das Meeting in der Vergangenheit bereits zweimal gewinnen konnte, oder Europameister Thomas van der Plaetsen aus Belgien.

Das war es jedoch vorerst mit ausländischen Stars - und da greift die Schnadtsche Forderung wieder: Die Top-Stars der Szene ziehen weiterhin das Götzis-Meeting vor und sehen Ratingen wenn überhaupt nur als Trainingsdurchlauf vor dem dann folgenden großen Wettkampf. Im vergangenen Jahr konnte Buxmann immerhin die britische Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill verpflichten.

In diesem Jahr müssen die Fans noch auf große Namen warten. Jeweils rund 17 Teilnehmer verspricht Buxmann: "Alle guten Deutschen werden am Start sein." Dennoch muss sich der Meeting-Direktor noch mächtig strecken, um ein attraktives Teilnehmerfeld zu verpflichten. Bei den Frauen werden noch Claudia Salman-Rath, die mit 6580 Punkten aus Götzis das WM-Ticket ebenfalls in der Tasche hat, und Jennifer Oeser auflaufen. Bei den Männern haben auch Matthias Brugger (8294 Punkte) und Rico Freimuth (8365) zugesagt - so wird es immerhin da spannend sein, welche Athleten das Ticket für London bekommen. Carolin Schäfer kann sich derweil ganz entspannt zurücklehnen: "Ich freue mich auf Ratingen und die Atmosphäre", sagt sie.

Quelle: RP
 
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