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Lokalsport
Schwarzkopf will es noch einmal wissen

Ratingen. Beim Mehrkampf-Meeting am 27. und 28. Juni geht die Olympia-Zweite in Ratingen als Titelverteidigerin an den Start. Von André Schahidi

Lilli Schwarzkopf und das Mehrkampfmeeting in Ratingen - inzwischen sind diese beiden Begriffe fast untrennbar miteinander verbunden. "Ich habe mal versucht, zu rechnen", sagt die 31-Jährige. "Dieses Jahr müsste meine zehnte Teilnahme sein." Und in diesem Jahr prangt die Wahl-Hannoveranerin auf dem Plakat der Veranstaltung. "Das ist eine Ehre für mich", sagt sie, während sie sich das Plakat anschaut. Und grinst. "Man hätte vielleicht ein hübscheres Bild von mir nehmen können."

Als Vorjahressiegerin startet Schwarzkopf als Titelverteidigerin im Ratinger Stadion. Und auch in diesem Jahr als eines der Zugpferde, schließlich ist sie nicht erst seit ihrer Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2012 in London ein Begriff in der Leichtathletik-Szene. In Ratingen ist sie ein Dauerbrenner, dabei waren aber auch dunklere Momente. "Ich weiß noch, bei meiner ersten Teilnahme 2003 habe ich im Weitsprung drei ungültige Versuche gehabt", sagt sie. "Und ein Jahr später habe ich die Teilnahme an den Olympischen Spielen um vier Punkte in Ratingen verpasst."

Das ist heute alles kein Thema mehr. 2008 gewann sie das Meeting erstmals, es folgten zweite und dritte Plätze sowie der Sieg 2014 nach ihrer langen Verletzung. "Meine Ärzte waren sich nach meinem Achillessehnenriss nicht einmal sicher, ob ich überhaupt noch Leistungssport machen würde", sagt Schwarzkopf. "Daher sehe ich das jetzt tatsächlich als meine zweite Karriere."

Die 31-Jährige gehört einer starken Athleten-Riege an, die in Ratingen starten wird. Schließlich ist das Meeting das letzte Qualifikations-Meeting vor der Weltmeisterschaft in Peking. "Da werden einige Top-Athleten an den Start gehen", betont Idriss Gonschinska, Cheftrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Denn obwohl kurz zuvor in Götzis (Österreich) der noch einen Hauch prestigeträchtigere Mehrkampf steigt, "können sich die Athleten auch bei einer guten Leistung in Götzis nicht sicher sein, dass sie auch wirklich nach Peking fliegen", sagt Gonschinska. Um den Stellenwert der deutschen Veranstaltung noch ein wenig zu erhöhen, wird der punktbeste Deutsche, der über 6400 (Frauen) oder 8350 Punkte (Männer) kommt, mit "Vorrang" nominiert. "Allein deshalb wird das ein spannender Wettkampf", betont Gonschinska.

Marion Weißhoff-Günther freut sich bereits auf das Meeting. "Wir haben ja schon einige Veranstaltungen erlebt", sagt die Geschäftsführerin des ausrichtenden TV Ratingen. "Aber in unserem Jubiläumsjahr ist das doch noch etwas besonderes." Der TV will, dass alles gut bleibt - und doch wird es Änderungen geben. "Der Schülerwettkampf muss leider ausfallen, weil wir uns bereits in den Schulferien befinden", sagt Weißhoff-Günther. "Aber dafür wird es einen Rahmenwettbewerb mit Vereinen aus der Region geben." 150 Helfer werden am Veranstaltungswochenende bereitstehen. "Wir sind die Menschen am Rande, die sich um die Atmosphäre und die gute Stimmung kümmern", sagt Weißhoff-Günther. Den Rest müssen die Athleten erledigen.

Athleten wie Lilli Schwarzkopf. Im Moment ist sie mit 6426 Punkten die Nummer eins in 2014 - und die einzige, die die DLV-Vorrangs-Norm in diesem Jahr bereits übertroffen hat. "Bei den Frauen gibt es vier bis fünf Athletinnen, die die Norm schaffen können", sagt Gonschinska. "Bei den Männern sind es ein, zwei mehr." Und die Chance, sie alle in Ratingen zu sehen, ist ziemlich groß.

Quelle: RP
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