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SG: Die Regeln sorgen für Unverständnis

Lokalsport: SG: Die Regeln sorgen für Unverständnis
Carsten Jacobs (l.) und Lennart Maesch (r.) versuchen gemeinsam, den Neusser Thomas Bahn am Wurf zu hindern. FOTO: Woitschützke
Ratingen. Bei der 21:24-Niederlage des Handball-Drittligisten in Neuss waren sie aber nicht das Hauptproblem der Ratinger. Von Nils Jewko

Im Auftaktspiel der SG Ratingen beim Neusser HV waren sie im Ansatz schon zu sehen: die neuen Regeln des Handball-Weltverbandes IHF, die seit dem 1. Juli 2016 gelten. Auf Zustimmung stoßen die Änderungen aber nicht wirklich - so auch nicht beim Handball-Drittligisten in Ratingen. "Das hat wenig mit Handball zu tun", sagt Nikolai Lenz. Und Kreisläufer Damian Janus findet: "Das ist alles Neuland, aber ich persönlich halte davon nichts." Für viele Diskussionen sorgen vor allem die neuen Regeln um einen siebten Feldspieler und einen verletzten Akteur.

Neu ist dabei nicht, dass ein Torwart gegen einen siebten Feldspieler getauscht werden kann. Künftig muss dieser aber kein Leibchen oder andersfarbiges Trikot mehr anziehen, darf dann jedoch auch nicht mehr die Aufgaben eines Schlussmannes erfüllen. "Ein Mann ist so immer frei. Dadurch verlieren Spielzüge und Taktik etwas an Wert", meint Lenz. "Handball ist für mich ein Gleichzahl-Spiel. Wenn die Möglichkeit aber vorhanden ist, nutzt man diese auch", sagt Simon Breuer.

Gegen Neuss griff der Spielertrainer auf die neue Regel allerdings in etwas anderer Form zurück - er schaffte durch einen zusätzlichen Feldspieler keine Überzahl, sondern kompensierte dadurch Unterzahl-Situationen bei eigenen Angriffen. Die Folge: Zwei Mal landete der Ball im leeren Ratinger Tor, weil Torhüter David Ferne es nicht rechtzeitig von der Bank zurück ins eigene Gehäuse schaffte.

Auf die Bank musste in der 37. Minute auch Lars Jäckel, als er nach einem Zweikampf am Boden liegen blieb. Weil auf Anweisung des Schiedsrichters ein Betreuer auf das Parkett beordert wurde, musste Jäckel - so die neue Regel - für die nächsten drei SG-Angriffe pausieren. "Das ist für Schauspieler gedacht, die Zeit schinden wollen", sagt der Rückraum-Spieler. Aus dieser Sichtweise ist es durchaus eine sinnvolle Regel, bei einer notwendigen Behandlung kann darunter jedoch auch eine Art doppelte Bestrafung verstanden werden.

Der Auftakt gegen Neuss gewährte nicht nur einen Einblick in die neuen Regeln, sondern zeigte auch die erneuten Probleme der Ratinger im Angriff. "Wir machen die einfachen Tore nicht. Uns fehlen Shooter wie Arthur (Giela/Anm. d. Red.)", erklärt Manager Bastian Schlierkamp. Und ausgerechnet auf ihren treffsicheren Rückraum-Schützen müssen die Ratinger in den nächsten Wochen verzichten. Gegen Neuss zog sich Giela, der was Verletzungen angeht, ein absoluter Pechvogel ist, in der ersten Halbzeit einen Handbruch zu und wird in den kommenden Tagen operiert.

"Auf unsere Defensive können wir uns verlassen. Vorne tun wir uns schwer, aber wir müssen unser Heil in der Offensive suchen", sagt Breuer.

Ohne Giela und mit den neuen Regeln wird das aber noch ein Stückchen schwerer.

Quelle: RP
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