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SG-Handballer brauchen Leidenschaft

Lokalsport: SG-Handballer brauchen Leidenschaft
Alles dicht: Auf Sebastian Bartmann (Mitte) und Damian Janus (rechts) kommt im Ratinger Mittelblock eine Menge Arbeit zu. FOTO: Michael Jäger (ARCHIV)
Langenfeld. Der Handball-Drittligist aus Ratingen sieht sich im Heimspiel gegen den Tabellendritten Leichlinger TV als Außenseiter, will aber alles probieren. Spielertrainer Simon Breuer fordert in erster Linie mehr Aggressivität von seiner Mannschaft. Von Michael Deutzmann

Der Mann kann offensichtlich Stress aushalten. So pendelt Simon Breuer permanent zwischen seinem Lebens-Mittelpunkt und dem beruflichen/sportlichen Schwerpunkt. Pro Strecke sind das immerhin rund 100 Kilometer. In Aachen baut er gerade gemeinsam mit der Familie ein Haus - und in Ratingen ähnlich intensiv daran, die SG in der 3. Handball-Bundesliga in einen sicheren Hafen zu steuern. Als neuer spielender Cheftrainer ist er jetzt seit knapp zwei Wochen der Nachfolger von Richard Ratka, der aufgrund viel zu hoher beruflicher Belastung aus der ersten Reihe zurückgetreten war - und inzwischen in beratender Funktion eine immer noch wichtige Rolle einnimmt. Der erste öffentliche Auftritt des neuen Duos Breuer/Ratka war allerdings trotz des guten Willens der beiden Handballer aus Leidenschaft keine rauschende Premiere. Bei der HSG Handball Lemgo II hatte Ratingen zwar auf etwas Zählbares gehofft, doch der Griff ging mit der 28:35-Niederlage ins Leere. Vielleicht hilft es der SG, dass sie es heute Abend (18 Uhr, Halle Gothaer Straße) mit einem Schwergewicht der Klasse zu tun bekommt. Weil es gegen den Tabellendritten Leichlinger TV (LTV) geht, ist der Fall für Breuer klar: "Wir haben die Außenseiterrolle."

Das galt so ähnlich sicher auch in der vergangenen Saison, als sich der damalige Aufsteiger Ratingen davon jedoch nicht sonderlich beeindrucken ließ. Das 30:26 vom 11. Oktober 2014 war dabei noch ein besonders Datum, denn die SG holte seinerzeit den ersten Heimsieg in ihrer Drittliga-Geschichte. Als die Mannschaft unter der Regie von Richard Ratka ein paar Monate später im Februar 2015 in Leichlingen mit 28:26 die Oberhand behielt, war sie in der Klasse schon kein Neuling mehr.

Mit seinem im Ergebnis enttäuschenden Debüt als Spielertrainer und erst recht der einen oder anderen umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidung mag sich Breuer nicht mehr beschäftigen - weil es seiner Ansicht nach keinen weiterbringt. Außerdem sah er andere Arbeitsfelder: "Wir hatten nicht im Ansatz die Aggressivität, die wir eine Woche vorher hatten." Da war der SG nach einem holprigen Start ein rekordverdächtiger 41:26-Erfolg über den TuS Volmetal gelungen.

Die Frage der Emotionen beschäftigte zuletzt auch den heutigen Gegner Leichlingen, der nach einem makellosen Start mit 12:0 Punkten am vergangenen Wochenende eine überraschende 26:28-Heimniederlage gegen den Aufsteiger Longericher SC hinnehmen musste. "Wir sind in die Emotionsfalle getappt", meinte LTV-Coach Frank Lorenzet nach dem Auftritt in der ausverkauften Halle. Die Übersetzung: Die nicht zuletzt durch die Longericher Fans erzeugte grandiose Stimmung sein ein Aufpuschmittel für die Gäste gewesen - und habe sein eigenes Team eher belastet. "In deren Halle ist weniger los", glaubt Lorenzet mit dem Blick auf Ratingen.

Die Gastgeber haben naturgemäß nicht vor, sich dieser Auffassung kampflos zu ergeben. "Ich glaube fest daran, dass wir noch gute Spiele abliefern", betont Spielertrainer Breuer, "wir bauchen ein funktionierendes Kollektiv. Dann haben wir mit der richtigen Stimmung, einer positiven Einstellung und Leidenschaft eine Chance." Und falls es eine ganz enge Partie mit einem packenden Finale wird, kommt es vielleicht auch darauf an, wer den Stress am besten aushalten kann.

Quelle: RP
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