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Lokalsport
SG-Handballer schaffen den Befreiungsschlag

Ratingen. Der personell dezimierte Drittligist wirkte gegen Volmetal zunächst verkrampft, kämpfte sich aber mit Leidenschaft zum 41:26-Erfolg. Von Michael Deutzmann

So einfach ist das also. Man setzte sich zusammen, bespreche viele Dinge und suche nach Lösungen. Wenn dann ein deutlicher Sieg herausspringt, haben die Beteiligten wohl einiges richtig gemacht. Das gilt auch für die Drittliga-Handballer der SG Ratingen, die nach derm 21:23 gegen die SG Schalksmühle-Halver und den lauten Zweifeln ihres Trainers Richard Ratka auf dem Weg in eine Krise zu sein scheinen. Die Antwort der Mannschaft gegen den Aufsteiger TuS Volmetal fiel aber beeindruckend aus - und der 41:26 (18:13)-Erfolg dürfte manche Schmerzen deutlich gelindert haben. Bei ausgeglichenen 6:6 Punkten steht die SG ganz gut da.

Der Mini-Kader der Ratinger umfasste gerade mal neun einsatzfähige Feldspieler. Und knapp eine halbe Minute vor der Pause brach dann Damian Janus weg, weil er nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah. Die Gastgeber mussten ihre Deckung neu organisieren, sodass Sebastian Bartmann pausenlos im Dauerstress stand - hinten im Zentrum und vorne am Kreis, wo er viel einstecken musste. Sein Fazit: "Diese Schiedsrichter haben genervt."

Ratingen musste viele Unterzahl-Situationen überstehen und wirkte zuerst gehemmt - erst recht, nachdem aus dem 7:4 (14.) und 9:6 (16.) das 11:11 (22.) der Gäste geworden war. Der beherzte Einsatz von Bartmann, eine Solo-Aktion von Simon Breuer sowie zwei Gegenstöße über Mike Schulz und Ben Schütte (25.) lösten jedoch viele Blockaden. Ab jetzt hatten die Hausherren, die durch Leidenschaft und Konzentration bis in die Haarspitzen überzeugten, nahezu alles im Griff.

Als die SG aus dem 18:13 (30.) das 21:13 (35.) und 25:17 (43.) gemacht hatte, wurde aus dem Spiel ein Spektakel - weil es die Gäste jetzt mit riskanten Deckungsformationen probierten. Von der offenen Manndeckung bis zur Beschattung einzelner Ratinger war alles dabei. Und Simon Breuer schien daran ein Vergnügen zu finden - weil er seinen persönlichen Begleitschutz hier und da in ein Gespräch verwickeln wollte: "Das war nichts Besonderes, ein bisschen Flachserei."

Die kühnen Taktiken des Klassen-Neulings gingen allerdings gnadenlos schief und die SG nutzte die Gelegenheit, später durch Breuers Siebenmeter zum 40:25 (59.) sogar die 40-Tore-Marke zu knacken. "Ich freue mich, dass das bei uns heute so gut geklappt hat", sagte SG-Trainer Richard Ratka, "das ist ein guter Anfang auf dem Weg, weiterzukommen." Einen der Schlüssel nannte er beim Namen: "Arthur Giela." Der Rückraumspieler, der sehr zäh in die Saison gestartet war, trug neun Treffer bei und verschaffte den Teamkollegen immer wieder Freiräume

Für seine persönliche Handball-Zukunft in Ratingen machte Ratka ebenfalls eine klare Aussage: "Die Mannschaft ist der Meinung, dass ich weitermachen soll. Und ich mache weiter." Hinter den Kulissen laufen trotzdem die Bemühungen der Verantwortlichen, den beruflich extrem stark beanspruchten Coach irgendwie zu entlasten.

Quelle: RP
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