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SG Ratingen sucht dringend neues Personal

Lokalsport: SG Ratingen sucht dringend neues Personal
FOTO: Lammertz Thomas
Ratingen. Der Handball-Drittligist bemüht sich fieberhaft, die Verletzungen von Arthur Giela und Abwehrchef Damian Janus aufzufangen. Von Michael Deutzmann

Rein sportlich konnte der Handball-Drittligist SG Ratingen mit dem 28:24 im Kellerduell gegen den Aufsteiger SG Langenfeld (SGL) den größten anzunehmenden Unfall verhindern. Bei einer Niederlage wäre das Team um Spielertrainer Simon Breuer wieder auf den letzten Platz abgerutscht. Jetzt sieht die Welt mit 5:19 Punkten vor dem Jahres-Endspurt mit den drei Aufgaben beim Vorletzten TuS Volmetal (3. Dezember), beim Siebten Eintracht Baunatal (10. Dezember) und gegen den Zehnten TV Korschenbroich (17. Dezember) wenigstens etwas freundlicher aus. Das ist keine euphorisierende Bilanz, aber ein Anfang - und nichts im Vergleich zu den personellen Sorgen, mit denen es die SG im dritten Jahr ihrer Zugehörigkeit zur 3. Liga zu tun hat. "Das ist schon eine Katastrophe", sagte Manager Bastian Schlierkamp, "immerhin sind der Abwehrchef und der Top-Werfer weg." Die Ausfälle von Damian Janus und Arthur Giela treffen die SG ins Mark.

Abwehrchef Janus erlitt vor gut einer Woche beim 29:33 in Minden II eine schwere Schulterverletzung (ausgekugelt) und fällt für den Rest der Saison aus. Gegen Langenfeld übernahmen der aus der Zweiten hochgezogene Fabian Zarnekow und Nikolai Lenz die Arbeit im Abwehrzentrum - wo sie vorher naturgemäß noch nie gemeinsam gespielt hatten. Dass beide ihren Auftrag zufriedenstellend erledigten, war ein Baustein für den Ratinger Erfolg. Außerdem profitierten die Gastgeber davon, dass der SGL über weite Strecken kein Mittel einfiel, um den Innenblock nachhaltig in Gefahr zu bringen.

Ratingens Angriff war sehr oft eine Angelegenheit von Spielertrainer Breuer - erst recht nach dem Aus von Giela in der Mitte der ersten Halbzeit. Punkt eins: Wie sich die jungen Timo Worm (19) und Lars Jaeckel (23) unter Breuers Anleitung aus der Affäre zogen, konnte sich sehen lassen. Punkt zwei: Wie sich auswirkt, dass der viel erfahrenere Giela erneut ausfällt, werden erst die weiteren Partien zeigen. In der Vergangenheit war der Rückraumspieler fast eine Art Lebensversicherung für die SG, die vielleicht nie mehr mit Giela auflaufen wird - weil der 26-Jährige ohnehin überlegt hatte, am Ende der Saison aufzuhören. "Natürlich würde er wieder fit", betont Schlierkamp, der jedoch das vorgezogene Karriereende seines Spielers nicht ausschließt: "Und ich hätte das vollste Verständnis dafür."

Hinter den Kulissen laufen die Ideen-Maschinen auf Hochtouren. "Natürlich gibt es Gespräche", sagt Schlierkamp, "wir überlegen, was wir machen können." Tatsache ist allerdings, dass Spieler mit dem passenden Anforderungsprofil gerade nicht im Überfluss verfügbar sind. Unter dem Strich muss alles passen - menschlich, sportlich, finanziell. Ähnliches gilt beim Versuch, Breuer auf der Trainerposition zu entlasten - damit sich der 33-Jährige mehr auf seine Rolle als Lenker auf dem Feld konzentrieren kann.

Für Schlierkamp stehen trotz der angespannten Lage ein paar Dinge fest und der SG-Manager blickt zuversichtlich nach vorne. "Wir wollen nicht rumheulen. Ich bin sicher, dass alles, was jetzt passiert ist, die Mannschaft noch enger zusammenschweißt. Und wir werden eine bessere Rückrunde spielen", betont der 33-Jährige. Und vom internen Fünf-Jahres-Plan nach dem Aufstieg mag er ebenfalls nicht abrücken: "Platz neun ist noch möglich." Dort liegt derzeit mit 10:14 Zählern die SG Schalksmühle-Halver fünf Punkte besser - was viel ist, aber nicht uneinholbar.

Handball-Ratingen gäbe viel dafür, wenn es bis zur Weihnachtspause den Kontakt dazu etwas intensiver herstellen könnte. Was trotz aller Probleme drin ist, dürfte die Aufgabe am Samstag (19.45 Uhr) beim Vorletzten TuS Volmetal zeigen. Ein weiterer Sieg wäre eine echte Hilfe. Bei einer Niederlage geht es in dieser Saison wohl doch nur darum, den größten anzunehmenden Unfall zu verhindern.

Quelle: RP
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