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SG-Trainerwechsel hat funktioniert

Lokalsport: SG-Trainerwechsel hat funktioniert
Der Neue und der Alte - Simon Breuer übernahm das Traineramt von Richard Ratka (r.), doch der Ex-Chef ist immer noch als Berater und an Spieltagen für die SG aktiv. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Unter Spielertrainer Simon Breuer feierte der Handball-Drittligist vier Siege in Folge. Alt-Couch Ratka blüht wieder auf. Von André Schahidi

Richard Ratka war ein gestresster Mann. Sehr beansprucht durch den Job, dazu noch das Traineramt bei der SG Ratingen in der Dritten Handball-Liga. "Das war zu viel, es ging nicht mehr", sagt Ratka heute. Er zog die Notbremse, machte einen Schritt zurück und fungiert nun als Berater von Spielertrainer Simon Breuer. Eine Konstellation, die Erfolg hat: Denn in Aurich feierte das Löwenrudel den inzwischen vierten Sieg in Folge.

"Ich versuche, was beizutragen, an den richtigen Stellen Impulse zu geben", sagt Ratka heute. "Natürlich tausche ich mich viel mit Simon Breuer aus, aber letztlich trifft er die Entscheidungen." Das klappte zuletzt offenbar recht gut, denn drei der vier Siege feierte die SG auswärts - auch bei Spitzenteams.

"Die Herangehensweise von Simon Breuer ist schon anders", sagt Torhüter Mathis Stecken. "Unter ihm machen wir mehr Videostudium, er bereitet uns auch taktisch spezieller auf jeden Gegner vor." Dinge, die Ratka zeitlich am Ende nicht mehr leisten konnte. Um so hochachtungsvoller ist es dann, selbst die Reißleine zu ziehen.

In der neuen Konstellation ist der "Altmeister" entspannt. "Ich habe alles erlebt im Handball und nicht mehr den Ehrgeiz, im Vordergrund stehen zu müssen", sagt Ratka. "Simon macht das sehr gut. Ich gebe ihm Tipps, dränge mich aber nicht auf. Was er umsetzt, muss er selbst wissen."

Ratka selbst leitet nur noch ein Training in der Woche, das am Montag. "Da ist mein Einfluss natürlich begrenzt, weil nicht alle Spieler da sind", sagt Ratka. Spieler wie Torhüter Stecken genießen die Einheit aber. "Am Montag kümmert sich Richard immer sehr individuell um uns, gibt uns Tipps und Ratschläge, um uns zu verbessern."

Und die Routine, die Ratka hat, ist im Spiel Gold wert. "Natürlich kommunizieren wir während einer Partie viel, während ich versuche, das Team zu coachen", sagt Ratka, "Aber es gibt Dinge, die muss ich schnell und alleine entscheiden. Schnelle Auswechslungen, Auszeiten, da kannst du nicht vorher lange reden. Da verlässt sich Simon dann auch auf mich."

Der neue Verantwortliche ist aktuell in einer sehr guten Lage. Ratingen ist Fünfter und hat bereits ein Sieben-Punkte-Loch Richtung Abstiegszone geschlagen. "Das ist natürlich toll", sagt Breuer. "Ich würde mich freuen, wenn wir am Ende der Saison auch so gut dastehen könnten." Für ihn gilt nun, in den Spielen bis zum Winter so viele Punkte wie möglich zu sammeln. "Gegen Gummersbach können wir die nächste Bresche schlagen", sagt Breuer über das Duell mit dem Tabellen-Dreizehnten. Danach kommen noch Spiele gegen Krefeld (Zweiter) sowie die "Kellerkinder" Habenhausen und Varel/Friesland. Sechs Punkte aus diesen vier Partien sind sicherlich keine Utopie - und mit 20 Punkten hätte die SG dann schon zwei Drittel der durchaus erfolgreichen vergangenen Spielzeit eingefahren.

Nicht immer bringt ein Trainerwechsel den Erfolg. Wenn der neue und der alte Coach jedoch zusammenarbeiten, hilft das der SG sehr.

Quelle: RP
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