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Lokalsport
SG verliert das vierte Spiel in Folge

Ratingen. Gegen Soest startet der Handball-Drittligist überragend - und baut danach kontinuierlich ab: 22:23 (15:11). Von André Schahidi

Ben Schütte saß wie ein Häufchen Elend ganz alleine auf der Bank, den Rücken an die giftgrüne Filzwand gelehnt. Der Blick des Linksaußen geht ins Leere. Schütte hatte es in der Hand, der SG Ratingen wenigstens noch einen Punkt zu besorgen im wichtigen Duell des Handball-Drittligisten gegen den Soester TV. Doch Schütte vergab seinen freien Wurf in der Schlussminute - und die SG verlor - obwohl sie fast die gesamte Spielzeit über führte - mit 22:23 (15:11) gegen den Abstiegskandidaten.

In der Sporthalle an der Gothaer Straße gab es sogar ein Debüt. Bastian Schlierkamp, Manager des Löwenrudels, gab aufgrund der vielen Verletzten sein Drittliga-Debüt für die SG. "Ich habe der Mannschaft aber nicht wirklich weitergeholfen", sagte der Rückraumspieler kritisch. "Das war nichts heute." Dabei sah es vor 306 Zuschauern in den ersten zehn Minuten wie ein Überrollkommando aus. Die SG zeigte eine hervorragende Leistung: Vorne traf Ersatz-Rechtsaußen Florian Schlierkamp trotz falscher Wurfhand fast jeden Ball. Die Kreisläufer erzielten Treffer um Treffer. Und die Deckung stand hinten überragend und ermöglichte den Gästen nur Würfe aus zweiter Reihe. Der verdiente Lohn: Eine 7:2-Führung.

Danach verlor die SG zum ersten Mal den Faden. Soest deckte den Kreis nun aggressiver, die Hausherren kassierten plötzlich blöde Treffer und führten nur noch 12:11. Eine kurze Energieleistung vor der Pause indes stellte das Ergebnis wieder auf beruhigende vier Tore Vorsprung. Und auch als es nach 37 Minuten 18:13 stand, sah die Welt für die Ratinger völlig in Ordnung aus.

In den nächsten 23 Minuten erzielten die Hausherren allerdings nur noch unfassbare vier (!) Treffer. "Wir waren zu lethargisch, zu statisch", sagte Spielertrainer Simon Breuer nach der Partie. In der Tat versuchten es die Ratinger stets mit dem gleichen erfolglosen Rezept gegen die inzwischen beherzt zupackende Defensive der Gäste. Da half auch die kurzfristige Wunderheilung von Dominic Kasal nichts. "Ich habe nur am Freitag einmal trainiert", sagte der Spielmacher. "Mir fehlt noch jegliches Gefühl."

Und so lag die SG nach 45 Minuten erstmals zurück - 18:19. Die Partie war eng, es fielen kaum noch Tore. Breuer, der nicht seinen besten Tag hatte und (wie Ben Schütte) einen Siebenmeter verwarf, erzielte in der Schlussphase den Ausgleich zum 22:22. Doch auf den nächsten Treffer der Soester hatten die Ratinger keine passende Antwort mehr. Auch, weil sie es zu hektisch spielten. Schütte schloss überhastet ab - danach spielte Soest die Zeit herunter. Und leistete sich auch noch eine Rote Karte wegen absichtlichen Zeitspiels. Pech hatte die SG, dass das insgesamt schwache Schiedsrichtergespann die Uhr erst spät anhielt und auch nicht zurückstellte - fünf Sekunden reichten einfach nicht für den Ausgleich.

"23 Gegentore sind okay, wir haben gut gedeckt", sagte Breuer nach der Partie. Schütte: Wir haben das Spiel im Angriff verloren." Und weil Schalksmühle am Wochenende ebenfalls gewann, beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze nun nur noch drei Zähler.

Quelle: RP
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