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Simon Breuer soll junge Löwen führen

Lokalsport: Simon Breuer soll junge Löwen führen
FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Der 31-Jährige wechselte vom TuS Ferndorf zum Handball-Drittligisten. Zudem arbeitet er in der Geschäftsstelle. Von André Schahidi

Die Vereins-Sprache hat Simon Breuer schon nach einer Woche inhaliert. "Wir haben einen Fünf-Jahres-Plan, den haben wir übertroffen", sagt der neue Spieler der SG Ratingen. "Wir" - da erschrickt Breuer selbst. "Also", sagt er dann. "Der Verein hat den Plan." Der Verein ist jedoch Breuer - und Breuer ist auch der Verein. Zumindest in den nächsten fünf Jahren. Denn in der Zeit soll der Diplom-Sportwissenschaftler und Handball-Spielmacher nicht nur für die SG in der Dritten Liga spielen - sondern auch auf der Geschäftsstelle des wachsenden Klubs ein paar Strippen ziehen.

"Das Gesamtpaket hat mich überzeugt", sagte Breuer über den doch überraschenden Wechsel vom Zweitliga-Aufsteiger ins Drittliga-Mittelmaß. In Ferndorf hätte der 31-Jährige bleiben können. "Aber nur ein Jahr", sagt der Spielmacher. "Zudem war noch nicht klar, ob Ferndorf wirklich die Lizenz für die Zweite Liga beantragen würde. Das war mir alles zu unwägbar - als Bastian Schlierkamp mich dann anrief, ging alles schnell. Ich habe zwei Kinder, da muss ich an die Zukunft denken. "

Natürlich sind fünf Jahre eine lange Zeit. "Ich würde dann Handball spielen, bis ich 37 bin", sagt Breuer. "Aber ein paar gute Jahre traue ich mir noch zu. Aber so ein Vertrag bietet Sicherheit. Und für mich ist das auch wichtig als Einstieg in meinen richtigen Job neben dem Handball." Bislang arbeitete Breuer nämlich vertretungsweise als Lehrer. Das wird er auch weiterhin im Halbtag tun. "Doch auf der Geschäftsstelle werde ich mein Studium anwenden können." Er studierte Sport auf Diplom - mit dem Schwerpunkt Wirtschaft. "Ich sehe das als perfekte erste Station. Und dann auch noch im Handball. Besser geht es nicht", sagt er. Zumal seine neue sportliche Heimat eine deutlich kürzere Fahrerei bedeutet. Breuer wohnt in Aachen. "Das sind jetzt nur noch 100 statt 160 Kilometer", sagt er lachend.

Breuer wird im neuen Löwenrudel ein erfahrener Spieler sein. "Ich kenne die Liga und die anderen Mannschaften sehr gut. Ich hoffe, ich kann den Jungs etwas weitergeben" sagt er. "Aber ich will gleichzeitig selbst auch sportlich was leisten. Meine Torquote ist in den vergangenen Jahren zwar ein wenig runtergegangen. Aber in Ferndorf teilten wir uns auch die Spielmacherposition."

Das wird er indes auch in Ratingen tun. Denn hier ist Dominic Kasal sein Konkurrent. "Wir haben in Korschenbroich schon zwei Jahre zusammengespielt", sagt Breuer. "Damals war Dominic noch ganz jung. Er hat sich super entwickelt. Der Trainer wird entscheiden, wer spielt, aber ich denke, wir werden in der Saison beide auf unsere Einsatzzeiten kommen."

Zumal Breuer ein recht flexibler Spieler ist. "Die Rückraum-Mitte ist zwar meine Stamm-Position, aber ich habe in den letzten Jahren schon so ziemlich alles gespielt", sagt er. Wahrscheinlich muss er das jedoch gar nicht. Denn SG-Manager Bastian Schlierkamp hat im Sommer vor allem darauf geachtet, den Kader in der Breite zu verbessern. "Wir haben eine gute Mannschaft zusammen", meint auch Breuer. "Ich denke, wenn wir die Leistung aus dem Vorjahr bestätigen, wäre das eine gute Leistung."

Am kommenden Wochenende können Breuer und Kollegen erstmals ihre Form testen. Denn beim eigenen SG-Cup stehen die ersten Testspiele der Vorbereitung an. "Es wird Zeit, dass wir endlich Spiele machen", sagt Breuer. "Die Vorbereitung ist immer sehr anstrengend - da freut man sich immer, wenn es richtig losgeht. Wir haben ja nicht mehr ewig Zeit, bis die Saison losgeht." Da war es wieder, dieses "wir" - Simon Breuer ist noch nicht so lange in Ratingen. Doch Zweifel daran, dass er schon bald ein fester Bestandteil des Löwenrudels ist, muss man gewiss nicht haben.

Quelle: RP
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