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Lokalsport
Simon Breuer wird Spielertrainer der SG

Ratingen. Der Handball-Drittligist wagt ein Experiment, um den bisherigen Chefcoach Ratka zu entlasten - und zu halten. Von Michael Deutzmann

Die 3. Liga ist sowieso eine spannende Sache für einen Verein, der seit seiner Gründung im Jahr 2011 bis jetzt vor allen Dingen einen Weg kannte - den nach oben. Das Jahr eins nach dem Aufstieg passte auch perfekt in den eigenen Fünf-Jahres-Plan, denn den Handballern der SG Ratingen gelang unter der Regie ihres Trainers Richard Ratka über Rang acht insgesamt verblüffend ungefährdet der Klassenerhalt. Allen war klar, dass es in Zukunft vermutlich noch die eine oder andere Änderung geben wird, um die kleinen Schritte nach oben zu bewältigen. Jetzt macht es der Verein wieder spannend, denn er organisiert sich auf der Position des obersten Übungsleiters neu. Ratka, der beruflich extrem beansprucht ist, gibt die Chefrolle ab - und bleibt dem Verein in beratender/unterstützender Funktion erhalten. Die Hauptverantwortung geht ab sofort auf Simon Breuer über. Als Spielertrainer soll der 32-Jährige die SG durch die 3. Liga steuern.

"Wir sind fest davon überzeugt, dass er die Fähigkeiten dazu hat", betont SG-Manager Bastian Schlierkamp. Gleichzeitig war von Beginn an klar, dass Breuer als Unterstützung "eine starke Persönlichkeit" an der Seite haben soll. Das wiederum war die Stellenbeschreibung, mit der sich Ratka voll identifizieren konnte. In den vergangenen Wochen hatte sich immer mehr gezeigt, dass er in seinem Beruf als verantwortlicher Leiter der IT-Abteilung in einem Düsseldorfer Unternehmen zeitlich stark unter Druck steht. Eine erste Ahnung, wie es in ihm aussah, bekamen die SG-Fans vor anderthalb Wochen nach der schmerzhaften 21:23-Pleite gegen die SG Schalksmühle/Halver.

"Es muss sich etwas verändern", sagte der 51 Jahre alte Coach. Glaubwürdig versichert er , dass seine Aussage nichts mit der gerade erlebten sportlichen Enttäuschung zu tun habe - die ihn jedoch in seinem Entschluss zum Handeln bestärkte. Es gab interne Gespräche und die Suche nach einer echten Chance, den Handball-Fachmann Ratka irgendwie weiter an die SG zu binden. Als die Ratinger am Samstag mit viel Leidenschaft zum 41:26-Erfolg gegen den TuS Volmetal kamen, stand die neue Konstellation in den Umrissen bereits fest - worüber Ratka erleichtert war: "Ich habe zuletzt immer wieder gespürt, dass es so wie bisher nicht mehr geht. Die Belastung hat sich manchmal auf meine Konzentration im Training ausgewirkt. Und das passt nicht zu dem, dass die SG sportlich weiter vorankommen will."

Seiner künftigen Aufgabe kann der frühere Nationalspieler viel Positives abgewinnen, zumal er nicht mehr bei jedem Training in der Halle sein muss. "Simon ist der Chef, ich bin eine Art Berater, der ihn unterstützt", erklärt Ratka, "wenn er zum Beispiel sagt, dass der Linksaußen ausgewechselt wird, dann wird der Linksaußen ausgewechselt." Für SG-Chef Schlierkamp, der seinen bisherigen obersten Trainer sportlich wie menschlich sehr schätzt, geht es dabei allerdings nicht um eine Weitergabe von "Befehlen". Er sieht im Duo eine Bündelung von Kraft und Kompetenz, um die erst sechs Spieltage junge Saison weiter gut zu bewältigen: "Das mit Simon und Richard ist unsere Wunsch-Konstellation."

Ihre Feuertaufe erleben Ratka/Breuer am Sonntag (17 Uhr) bei der auf Rang 13 liegenden HSG Handball Lemgo II, ehe sie es bald mit den aktuellen Top-Teams zu tun haben. Ratingen erwartet am 17. Oktober (18 Uhr) den Ersten Leichlinger TV und tritt am 24. Oktober (19.30 Uhr) beim ebenfalls verlustpunktfreien Zweiten VfL Fredenbeck an. Der Weg der SG Ratingen durch die 3. Liga dürfte spannend bleiben.

Quelle: RP
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