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Lokalsport
"Spiel mal was mit mir!"

Ratingen. Die sportliche Veranstaltung punktet mit einem großen Kletterturm. Dazu ist die riesige Haifisch-Rutsche eine Attraktion. Viele Eltern hoffen, dass ihre Kinder hier den Spaß an der Bewegung entdecken. Von Falk Janning

Lukas findet das Spielefest des TV Ratingen einfach "saucool". Der Achtjährige ist mit seinen Eltern auf die Wiese vor dem Ratinger Fußballstadion gekommen. "Hier kann man basteln, toben und spielen", sagt der Zweitklässler, während er in der Schlange zur großen Rutsche steht. Die ist neben dem Kletterturm die große Attraktion, denn dazu muss man über die gefährlich aussehenden Zähne in das Hai-Maul klettern, das sich dann schließt. Auf der anderen Seite rutschen die Kinder durch den Schlund wieder zurück auf die Wiese.

Mit ihm steht sein Freund Leo an. Vier- oder fünfmal sind sie schon gerutscht. Leo hat gerade ein Problem: "Was mache ich denn mit dem Pedalo? Das kann ich doch nicht mit auf die Rutsche nehmen. Und wenn ich es hier stehen lasse, schnappt mir das jemand weg." Er versucht Mama zu überreden, auf das Gerät aufzupassen, das er nach dem jüngsten Rutschgang ganz zufällig und glücklicherweise ergattert hat. Doch die Mutter macht da nicht mit. "Entscheide Dich für eine Sache, mit der Du spielen möchtest", bestimmt sie. Leo lässt das Pedalo stehen. Denn nun haben er und Lukas es geschafft, sie sind die Nächsten. Flink klettern sie den aufblasbaren Hai hinauf und werfen sich ihm in den Rachen. Strahlend kehren sie zurück. Mit dem Pedalo ist derweil schon ein anderes Kind unterwegs.

Der TV Ratingen veranstaltet sein Sport- und Spielfest bereits zum 36. Mal, es ist zu einer festen Institution geworden, gehört für zahlreiche Familien zu den jährlichen Höhepunkten. "Hey, wo ist mein Luftballon?", ruft da Lukas. Er hat gar nicht bemerkt, dass der mit Gas befüllte Ballon, den jedes Kind am Eingang bekommen hat, davongeschwebt ist.

Joanna ist mit dem elektronischen Geschicklichkeitsspiel beschäftigt, das die Mitarbeiter des Jugendamtes der Stadt Ratingen aufgebaut haben. Es kommt darauf an, eine kleine Drahtschlaufe durch einen gebogenen Draht zu fädeln, ohne den Draht zu berühren. Mutter Bettina Schmitz schaut zu und sagt: "Ich habe die Hoffnung, dass meine Süße sich hier für etwas Sportliches begeistert. Ich fände cool, wenn sie sich für Leichtathletik oder Turnen entscheiden würde." Auf Ballett habe ihre Tochter keine Lust mehr. Der 38-jährigen Ratingerin gefällt die Veranstaltung. Dennoch hätte sie sich "mehr sportliche Angebote" gewünscht, bei denen man zunächst zuschauen und danach selbst ausprobieren könne.

Alle paar Meter lockt auf der Wiese eine andere Bewegungs- und Spielmöglichkeit, an denen der Nachwuchs sein Talent zeigen kann. Jugendleiter Thomas Baumert, der das Spielefest gemeinsam mit Monika Wolters und einigen Ehrenamtlichen vom Festausschuss organisiert hat, betont, dass es beim TVR eine ganze Menge verschiedener Bewegungsmöglichkeiten gebe. Als Beispiel nennt er die Karategruppe von Leonardo Zangara und die Schautanzgruppe "Funky Beese", die beide am Nachmittag auftreten. Baumert freut sich, dass so viele Menschen gekommen sind, die nicht dem Verein angehören. "Noch nicht", sagt er.

Tina Dose schiebt ein Kettcar über die Wiese, weil der zweijährige Dennis die Pedalen noch nicht erreichen kann. Sie ist bereits zum dritten Mal mit ihren beiden Kindern dabei. Gerade für Familien sei die Sommerwiese ein "tolles Angebot", meint sie. Hier würden sich alle Schichten und alle Nationalitäten treffen.

Auch Denise ist zufrieden. Die Neunjährige sitzt mit einer Schale Pommes Frites in der Hand neben der Torwand auf der Wiese und schaut dem Treiben zu. Ihre Freundin ist ganz ungeduldig. "Spiel mal was mit mir!", ruft sie auf der Wippe sitzend und zeigt auf den freien Platz auf der anderen Seite.

Quelle: RP
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