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Lokalsport
Sportkegler werden in Duisburg komplett überrollt

Heiligenhaus. Beim amtierenden Meister Montan Holten-Duisburg beträgt die Differenz am Ende 526 Holz. Kapitän Grote ist entnervt. Von Michael Kleine

"Die Null muss stehen" - mit dieser Maxime hat es Trainerlegende Huub Stevens im Jahr 1997 mit seinen Schalker "Euro-Fightern" bis zum UEFA-Cup Sieg gebracht. Bei den Heiligenhauser Sportkeglern lässt sich diese Tendenz in den letzten drei Auswärtsspielen auch erkennen - allerdings auf der falschen Seite. Allerdings muss man den selbsternannten "Heljens Red Lions" zu Gute halten, dass die Aufgaben erfahrungsgemäß nicht gerade die leichtesten waren. In Oberthal geht es seit jeher für die Heiligenhauser nur darum, die Niederlage in Grenzen zu halten. In Gelsenkirchen erwischte der Gastgeber einen absoluten "Sahnetag".

Im jüngsten Match bei aktuellen deutschen Meister KSG Montan Holten-Duisburg, das die Sportkegler ebenfalls 0:3 verloren, hängen die Trauben auch sehr hoch, so dass die nächste deutliche Niederlage ebenfalls nicht als Überraschung anzusehen ist. "Dennoch", blickt Kapitän Marcel Grote kritisch auf das Spiel zurück, "geht es auch immer darum, wie man sich präsentiert."

Bei allem Ärger über die schwer zu bespielenden Bahnen in der Sportschule Wedau, wo man sicher sein kann, dass wenigstens eine Bahn nicht den Richtlinien des DSKB (Deutscher Schere-Kegelbund) entspricht, ist dem Kapitän die Höhe der Niederlage ein Dorn im Auge: "Sowohl die Packung in Oberthal (482 Holz Differenz), als auch die Pleite in Holten (526 Holz Differenz) schmerzen einem Sportler doch gehörig."

Letztlich ist es ja nicht so, dass die Heiligenhauser das Training vernachlässigen. "Jeder von uns trainiert unter der Woche etwa 500 Kugeln. Auch auf auswärtigen Bahnen- und verfügt über Jahrzehnte an Bundesliga-Erfahrung. Dennoch werden die Zahlen gerade in der Fremde tendenziell eher schlechter als besser. Da müssen wir uns einfach verbessern." Das Spiel war bereits nach dem ersten Block entschieden. Weltmeister André Laukmann spielte mit 947 Holz um ein Haar einen neuen Bahnrekord. Dirk Albertz legte mit 903 Holz bravourös nach. Kerim Demirbag (808) und der beste Heiligenhauser Grote (846) sahen nur die Rücklichter. In der Folge bekamen die Zuschauer ein Bundesligaspiel der schwächeren Sorte zu sehen. Bemerkenswert waren die 899 Holz vom Holtener Robert Heinichen. Die Schwächen der Gastgeber (Winkler 822, Martini 824 und Schneimann 835), die offensichtlich entstanden, weil von Heiligenhauser Seite keinerlei Druck erzeugt wurde, konnten nicht ausgenutzt werden, da kein Spieler des SKH die 800er Marke zu knacken vermochte (Ratzko 777, Pütz 716, Holler 762 und Simon 795). Das Endergebnis lautete 5230:4704, 54:24 in der Einzelwertung.

Trotz der letzten drei Niederlagen richtet der Kapitän den Blick nach vorne: "Wir spielen jetzt am Samstag zu Hause gegen Hüttersdorf. Da erwarte ich von meinem Team, dass wir selbstbewusst auftreten und uns den Frust ein wenig von der Seele kegeln." Mannschaften, die zu Hause auf Kunststoffbahnen spielen, kommen mit der Umstellung auf Holzbahnen ebenso schwer zurecht, wie es andersherum bei den Heiligenhausern der Fall ist. Bitter an der Stelle ist, dass in dieser Saison gleich acht der zehn Bundesliga-Mannschaften Kunststoffbahnen haben. Ein Grund mehr für die Heiligenhauser, sich künftig noch besser auch auf die schwierigen Kunststoffbahnen einstellen zu können.

Quelle: RP
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