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Lokalsport
Streit um Sportentwicklungsplan kocht hoch

Lokalsport: Streit um Sportentwicklungsplan kocht hoch
FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Der Stadtsportverband wirft der Stadt vor, die Veröffentlichung zu verzögern. Die Stadt hofft, den "Vorgang bald abzuschließen". Von André Schahidi

Das Tauziehen um den Sportentwicklungsplan für die Stadt Ratingen geht in die nächste Runde. Detlev Czoske, Vorsitzender des Stadtsportverbandes und Ratsherr für die Bürger-Union, hat die Verwaltung um Bürgermeister Klaus-Konrad Pesch und Sportdezernent Rolf Steuwe in einem offenen Brief dazu aufgefordert, eine Sachstandsmeldung zum Stand des Sportentwicklungsplans abzugeben. Für Czoske bleibt ".. nicht nachvollziehbar, warum Sie die von mir bereits mehrfach angemahnte Vorlage 211/2015, sie Ihnen seit Mitte Juli 2015 vorliegt, nach 7 Monaten (!) immer noch nicht freigegeben haben".

Ursprünglich sollte die Vorlage, die nach Handlungsempfehlungen eines Arbeitskreises und des Institutes für Sporentwicklungsplanung (IKPS) erarbeitet werden sollte, bereits im September vergangenen Jahres in einer Sitzung des Sportausschusses vorgestellt werden. Diese jedoch sagte Czoske ab, nachdem der für ihn wichtigste Punkt - die Vorlage - seitens der Verwaltung kurzfristig von der Tagesordnung gestrichen wurde. "Das ist für mich alles aus unerfindlichen Gründen geschehen", sagt Czoske, der genau so wenig verstehen kann, dass die Vorlage nun schon seit Monaten auf sich warten lässt. "Eine weitere Verzögerung lässt befürchten, dass die Handlungsempfehlungen des IKPS nicht mehr aktuell sind und das Gutachten mit entsprechenden Kosten aktualisiert werden muss", heißt es es in Czoskes offenem Brief. Das alles mutet merkwürdig an, zumal das Projekt anfänglich mit einem ziemlichen Tempo durchgeboxt wurde. Ist für die Stadt die Luft raus?

Sportdezernent Rolf Steuwe ist dieser Tage krankgeschrieben und kann deshalb keine persönliche Stellungnahme abgeben. Seitens der Stadt heißt es aber, die Bearbeitungszeit der Vorlage läge in keinem völlig unüblichen Rahmen. Allerdings hätten mehrere Faktoren für Verzögerungen und dadurch dafür gesorgt, dass die Vorlage noch nicht freigegeben werden konnte. So hätte die Frage der Flüchtlingsunterbringung viele Kräfte in der Stadt gebunden und die Bearbeitung des Sportentwicklungsplans verzögert. Außerdem sei eine Vorlage wie diese letztlich von einem ungewöhnlichen Ausmaß und müsse durch viele Gremien und Ämter gehen: "Hier wird dezernatübergreifend gearbeitet. Schließlich hat der Sportentwicklungsplan auch stadtplanerische Auswirkungen", heißt es von Seiten der Stadt. Blöd nur, dass die Stelle des Leiters beim Planungsamt seit einiger Zeit nicht besetzt ist. Und zu guter Letzt hätte die Vorlage noch einmal überarbeitet werden müssen. Die Verwaltung hoffe aber, "den Vorgang schnellstmöglich abzuschließen und Empfehlungen auszusprechen".

Die Angst, dass die erarbeiteten Zahlen und Empfehlungen des Instituts durch die Verzögerung nicht mehr brauchbar seien, teilt die Verwaltung indes nicht. Schließlich ginge es, so heißt es, um langfristige demografische Veränderungen. Dennoch wäre die Stadt langsam aber sicher gut beraten, das Projekt auch tatsächlich kurzfristig zu einem Abschluss zu bringen. Dafür waren einerseits die Kosten zu hoch - und andererseits liegt die Sportentwicklungsplanung in der Stadt nun schon eine Weile brach. In den vergangenen Monaten hat jedenfalls nicht eine einzige Vorlage zur Sanierung oder Neubau einer sportlichen Anlage die Ausschüsse oder den Rat passiert.

Dabei gibt es durchaus Diskussionsbedarf. Sei es bezüglich der Anlagen an der Talstraße oder am Schwarzbach. "Wir haben aber aktuell alles zurückgestellt, weil wir die Empfehlungen des Sportentwicklungsplans abwarten wollen", sagt Czoske.

Bis hier aber umsetzungsfähige Ergebnisse stehen, fließt wohl noch ein bisschen Wasser den Rhein herunter. Fortsetzung folgt.

Quelle: RP
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