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Lokalsport
Tischtennis: TuS Lintorf steigt nach Herzschlagfinale auf

Ratingen. Der Landesligist war trotz des eigenen 9:2-Erfolgs auf Schützenhilfe angewiesen. Mit Erfolg: Neukirchen verliert und Lintorf ist Meister. Von André Schahidi

Am Ende war es noch richtig spannend. Der TuS Lintorf hatte sein Spiel in der Tischtennis-Landesliga längst beendet und die TG Neuss II mit 9:2 abgefertigt. Die Spieler des TuS hatten sich schnell geduscht und machten sich auf den Weg nach Neukirchen. Denn der Sieg der Lintorfer wäre im Kampf um den Aufstieg nichts wert ohne eine gleichzeitige Niederlage des Tabellenführers gegen Krefeld - da war Schützenhilfe notwendig.

Nach etwa einer Stunde des Zitterns war die Party dann perfekt: Der Gast, der zum Zeitpunkt des Eintreffens der Ratinger mit 6:4 vorne lag, entführte ein 9:6 aus der Neukirchener Halle und ermöglichte dem TuS somit den Wieder-Aufstieg in die Verbandsliga. TuS-Sprecher Jens Berger war vor allem von den Neukirchenern beeindruckt. "In der Halle herrschte vor 70 Zuschauern eine Atmosphäre, wie ich sie in der Landesliga lange nicht erlebt habe. Was mir aber wirklich imponierte, war die Fairness der Neukirchener", sagte Berger. "Hätte ich mich nach einem solchen Spiel vermutlich verkrochen, gratulierten uns die Spieler zum Titel und Aufstieg - sogar das ein oder andere Getränk durften wir noch einnehmen."

Dennoch gebot es auch die Fairness, die Aufstiegsfeier woanders fortzusetzen als in der Halle des Geschlagenen - und so zogen Lintorfer und Krefelder gemeinsam in eine Pizzeria und feierten den Saison-Abschluss. Denn für die Neukirchener war das Saisonende gleich doppelt blöd: Durch die Niederlage wurden sie von den Krefeldern auf Rang drei verdrängt und dürfen somit nicht einmal mehr die Aufstiegs-Relegation spielen.

Berger stuft den Titel seiner Mannschaft als große Leistung ein. "Von einigen Fachleuten wurden wir schon vor der Saison als absoluter Favorit auf den Meistertitel gehandelt. Wären wir immer komplett gewesen, hätten wir den Titel auch früher klarmachen können", sagte Berger. "Aber wir hatten einige Ausfälle, so spiele Rene Schürenberg gar nicht mehr, mussten auch auf Benjamin Kley in einigen Spielen verzichten. Dazu kamen übliche Ausfälle durch Beruf und Urlaube. In dem Licht kann man den Titel nur noch höher bewerten." Zumal es Mitte der Saison ganz und gar nicht nach der Rückkehr der Lintorfer in die Verbandsliga aussah. Zu viele einfache Punkte wurden verschenkt. Doch mit einem fulminanten Schlussspurt, in dem es nur noch eine Niederlage gab, reichte es dann doch noch zum Titel.

Jens Berger ist optimistisch, dass es in der Verbandsliga in der kommenden Saison besser klappt als in der vorherigen Saison, als der TuS sofort wieder abgestiegen ist. Durch die Einführung der NRW-Liga in der vergangenen Saison sind die stärksten Teams der Liga eine Klasse aufgerückt. "Die Verbandsliga ist nicht mehr so stark wie vor zwei Jahren", sagt Berger. "Und selbst da war es für uns schon sehr knapp, dass wir abgestiegen sind."

Nun werden in den kommenden Wochen Gespräche geführt, in welcher Zusammensetzung der TuS in der neuen Spielklasse an den Start geht.

Quelle: RP
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