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TV Ratingen: Umfeld hui, sportlich pfui

Lokalsport: TV Ratingen: Umfeld hui, sportlich pfui
Wenn Max Kronenberg (grünes Trikot) und Kollegen spielen, ist die Tribüne am Europaring immer gut gefüllt. Sportlich läuft es nicht gut. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Der Handball-Verbandsligist hat die meisten Zuschauer - in Wermelskirchen soll auch endlich wieder ein Sieg her. Von Werner Möller

"Bitte nicht schon wieder. Nicht schon wieder dieser verflixte Abstiegskampf." So ähnlich dachten die Handballfans des TV Ratingen am vergangenen Samstagabend, als auch das zweite Verbandsliga-Heimspiel, diesmal gegen DJK Überruhr, haushoch verloren ging (29:35). Nun, am fünften Spieltag, geht es Sonntagabend um 18 Uhr zum TuS Wermelskirchen, dem Tabellensechsten (4:4 Punkte). Der besaß erst ein Mal Heimrecht gegen Remscheid, die bisherigen vier Punkte entführte er indes in Cronenberg und Langenfeld.

Im Bergischen muss beim Turnverein endlich, wie beim stark eingeschätzten LTV Wuppertal zum Saisonstart, wieder eine in allen Mannschaftsbereichen überzeugende Auswärts-Vorstellung her. Jörg Schomburg, im Sommer von Eintracht Recklinghausen gekommen und stets torgefährlich, wird trotz zuletzt kassierter Roter Karte dabei sein. Trainer Ralf Trimborn ist überzeugt, dass die sogenannte "Regel 1" greift, bei der es bei einem Feldverweis keine Sperre gibt. Den vorletzten Tabellenplatz will der Zuschauer-Krösus der Liga (zusammen mit Überruhr) seinen Fans niemals länger anbieten und entsprechend bedeutsam ist diese Sonntagabend-Vorstellung.

Das Wermelskirchener Spiel ist eigentlich relativ durchschaubar. Dessen Trainer-Fuchs Brazzo Sladakovic stimmt den Angriff ganz auf seinen Torjäger Niklas Sichelschmidt ab. Der wuchtige Halblinke, über den nach vorne eigentlich alles läuft, wird stets mit klugen und variablen Laufwegen freigesperrt. Bekommt Sichelschmidt dann den nötigen Raum, sind seine Würfe kaum abwehrbar. Ratingens Trainer Ralf Trimborn freilich weiß alles darüber. Er war selbst in Wermelskirchen Spieler und Trainer, er führte den Club als Spielertrainer in die Verbandsliga. "Diese Offensive bietet nichts Neues," sagt der TV-Coach. "Sie ist aber auch nicht einfach zu unterbinden." Trimborn will auch nichts wissen vom "Ein-Mann-Angriff" des TuS: "Dessen Mittelmann Jens Schnellhardt steuert alles sehr geschickt, über ihn läuft sehr viel, auch das Abwehrspiel. All das gilt es zu unterbinden."

Sonst aber verfügt Sladakovic über viel Mittelmaß, bei den Torleuten angefangen. Dennoch sollte einiges klar sein: Wermelskichen hat viel Erfahrung im Abstiegskampf, entging der Landesliga auch in der vergangenen Saison erst auf der Zielgeraden. Die ungewohnte Anwurfzeit am Sonntagabend bekommt längst nicht jedem Gäste-Team. Ratingens Co-Trainer Manfred Köhler: "Wir haben auch in dieser Woche wieder ein gutes Trainingsprogramm durchgezogen. Niemand ist zufrieden mit der Tabellenlage. Wir müssen aus den Köpfen heraus bekommen, dass ein plötzliches Tief schon das Aus bedeutet. Ich denke, wir landen in Wermelskirchen einen Kracher und dann sieht die Welt umgehend ganz anders aus."

Quelle: RP
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