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TVR-Nachwuchs löchert Olympia-Star

Lokalsport: TVR-Nachwuchs löchert Olympia-Star
Kai Kazmirek schreibt Autogramme für die TV-Athleten Cosima Gante, die Kazmirek in Rio live beim Zehnkampf angefeuert hat; Wiebke Averdung, Sara Concellón, Felix und Oskar Neeser, Alexander Männel, Bastian Goldmann und Emelie Schomacher (v.l.n.r.). FOTO: Janning
Ratingen. Kai Kazmirek, Olympia-Vierter im Mehrkampf, stellte sich den Fragen der Ratinger Jung-Athleten. Von Falk Janning

"Haben Sie mit elf Jahren schon gewusst, dass Sie ein berühmter Sportler werden?" Zehnkämpfer Kai Kazmirek antwortet auf diese Frage eines Nachwuchs-Leichtathleten des TV Ratingen mit entwaffnender Ehrlichkeit. "Nein, ich war mit elf total schlecht", sagt der Olympiavierte von Rio. "Ich wollte damals unbedingt zur Deutschen Meisterschaft. Ich hab es zwar tatsächlich auch ganz knapp geschafft. Dort wurde ich dann aber nur Vorletzter."

Mehr als zwei Stunden verbrachten die Kinder und Jugendlichen des TVR mit dem 25-jährigen Sportler und seinem Trainer Jörg Roos: Zunächst stand im Stadion ein Training an, im Anschluss gab es ein Meet & Greet, bei dem der Nachwuchs dem prominenten Gast Fragen stellen konnte. Petra Lauret, Leiterin der Leichtathletikabteilung des TVR, hatte die Veranstaltung organisiert.

Die Kinder und Jugendlichen des TVR waren begeistert. "Das war echt spannend", sagten Wiebke Averdung, Sara Concellón, Felix und Oskar Neeser, Alexander Männel, Bastian Goldmann, Emelie Schomacher und Cosima Gante, die beim Meet & Greet in den ersten Reihen gesessen und eine Menge Fragen gestellt hatten. Es ging sehr locker zu, Kazmirek hatte sichtlich Spaß an der Neugier des Sportnachwuchses, erzählte aus dem Alltag eines Spitzensportlers, erfüllte Wünsche nach Autogrammen und einem gemeinsamen Foto.

Die Jungen und Mädchen staunten, als der Zehnkämpfer erzählte, dass er als Fünf- und Sechsjähriger eigentlich Fußballprofi werden wollte und sich erst später auf die Leichtathletik konzentrierte. Zudem sei er zuerst "ein grottenschlechter Stabhochspringer" gewesen. "Ich bin immer einen Meter schlechter gesprungen als der Durchschnitt", sagte er. Und so empfahl der Zehnkämpfer den Kindern: "Guckt nicht so sehr nach euren Leistungen, Weiten und Zeiten. Habt dafür möglichst viel Spaß an eurem Sport und genießt die Zeit. Wohin der Weg führt, das entscheidet sich erst nach der Pubertät."

"Was ist Ihre Lieblingsdisziplin?", "wie oft trainieren sie pro Woche?", "was sagt Ihre Freundin dazu?". Kazmirek gab auf alles eine Antwort und gestand sogar ein, dass seine langjährige Freundin ihn vor ein paar Wochen verlassen hat wegen des Zeitaufwandes, den er betreiben muss, um erfolgreich zu sein. "Ich trainiere meist zweimal täglich und bin mehr als vier Monate im Jahr irgendwo in der Welt unterwegs." Ob er sich denn die Städte auf der ganzen Welt dann auch anschaue? "Nein, dazu bin ich dann nach den Wettkämpfen zu kaputt. Ich war schon tausendmal in Südafrika, hab mir die Städte aber noch nie angeschaut, ich kenne nur das Stadion."

Für Kazmirek war es ein sehr erfolgreiches Jahr: Da wurde er Zweiter beim Mehrkampfmeeting in Ratingen mit 8323 Punkten und erzielte bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mit der neuen persönlichen Bestleistung von 8580 Zählern den vierten Platz. Was ihn antreibe? "Ich kann einfach nicht verlieren, ich muss immer gewinnen", sagt Kazmirek, dessen neues Ziel eine Medaille bei der nächsten Olympiade ist. Nur um wenige Punkte verfehlte er in Rio den dritten Platz. "Ist denn für Sie ein vierter Platz bei Olympia wie verlieren?" "Ja, irgendwie schon", meint der Zehnkämpfer, der in seinem Hauptberuf für die Kriminalpolizei des Landes Rheinland-Pfalz arbeitet. Trotz der knapp verpassten Medaille: "Rio war ein ganz tolles Erlebnis", so Kazmirek, der in einer Sportler-WG wohnte und als Bettnachbarn Diskus-Olympiasieger Christoph Harting hatte.

Vor dem Meet & Greet hatten die Jugendlichen des Vereins die Gelegenheit genutzt und mit dem, Welt-klasse-Zehnkämpfer eine Übungseinheit bestritten.

Quelle: RP
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