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Wohin führt der Weg der Ice Aliens?

Lokalsport: Wohin führt der Weg der Ice Aliens?
Es läuft wie geschmiert: Dustin Schumacher (l.) erzielt gegen Dortmund das vierte Tor für die Ice Aliens. FOTO: Markus Szczepanski
Ratingen. Das beste Team der vierten Eishockey-Liga würde gerne höherklassig spielen. Doch der Weg ist extrem steinig. Von André Schahidi

Alexander Jacobs nimmt kein Blatt vor den Mund. "Ich würde gerne in der höchsten Liga spielen, die für uns möglich ist", sagt der Trainer der Ratinger Ice Aliens. Die aktuelle 1. Liga West ist das offenbar nicht. Denn die Außerirdischen sind der Konkurrenz längst enteilt. Fünf Partien hat das Jacobs-Team erst absolviert, fünf Punkte beträgt schon der Vorsprung auf den nächsten Verfolger, die Luchse aus Lauterbach.

Auch beim Gastspiel der Dortmunder Eisadler, eigentlich als einer der schärfsten Konkurrenten der Aliens eingeschätzt, ist zu sehen, dass es doch einen deutlichen Qualitätsunterschied gibt - trotz des knappen 6:5-Ergebnisses. Doch die Ratinger hatten das Geschehen weitgehend im Griff, führten zwischenzeitlich 4:1. Und nutzten die Situationen in Über- und Unterzahl hervorragend aus. "Man merkt, dass wir dreimal in der Woche trainieren, während andere nur zweimal üben", sagt Jacobs dazu. "Unsere Special-Teams sind besser eingespielt."

Und so müssen sich die Ratinger langsam aber sicher Gedanken darüber machen, wo ihr Weg sie in die kommende Saison hinführen könnte. Denn dass sich die Aliens mit dem Titel in ihrer Liga das Recht erspielen werden, in der kommenden Saison eine Spielklasse höher an den Start gehen zu dürfen - daran zweifeln die wenigsten. "Für uns hängt aber eine Menge von der Ligenstruktur ab, die bis dahin herrscht", sagt Kay Adam, der Vorsitzende des Klubs. Und genau das ist, wie immer in den vergangenen Eishockey-Jahren, das ganz große Problem. Aktuell konkurrieren zwei Eishockey-Verbände um die Gunst der Vereine. Der LEV-NRW, dem die Aliens aktuell noch angeschlossen sind, wird von Wolfgang Sorge geführt, dessen einziger Lebenszweck noch zu sein scheint, seinen Kleinkrieg mit dem Deutschen Eishockey-Bund zu zelebrieren. "Darunter leidet aber nur das Eishockey", sagt Adam.

Für ihn ist klar: Eine Teilnahme an der Oberliga Nord in jetziger Form ist für die Aliens nicht möglich. Das hat weniger mit der Qualität zu tun - die Mannschaft wurde von Trainer Jacobs so gut präpariert, dass sie durchaus mithalten könnte in der sportlich sehr unausgewogenen Klasse. Organisatorisch wäre ein Sprung in die Oberliga jedoch nicht zu stemmen. "Unsere Spieler gehen alle arbeiten oder studieren. Denen kannst du nicht erzählen, dass du freitagmorgens nach Berlin reist oder erst spät Sonntagnacht wieder heimkommst. Wenn du Oberliga spielen willst, brauchst du zwei Profi-Reihen." Das sieht auch Dennis Fischbuch so. "Der Verein ist noch nicht so weit, denke ich", sagt der Top-Scorer. "Wenn wir in der aktuellen Zusammensetzung Oberliga spielen würdest, hättest du freitags in Berlin nur neun Spieler. Das kann es auch nicht sein."

Für Trainer Jacobs ist klar: "Das Umfeld in Ratingen muss jetzt zeigen, wozu sie bereit sind. Wir liefern die sportliche Grundlage." Auch wenn die Sponsoren noch nicht Schlange stehen - die Fans tun es längst wieder: 600 Besucher waren gegen Dortmund am Sandbach und haben die Aliens damit wieder zur Nummer eins in Ratingen, was die Besucherzahl angeht, katapultiert. Das zeigt, dass Erfolg am Ende wichtiger ist als die Zugehörigkeit zur Liga. Denn trotz des Aliens-Durchmarsches ist die 1. Liga West angenehm ausgeglichen. "Mein Traum wäre ja, dass wir endlich mal wieder über 1000 Zuschauer bei einem Heimspiel hätten", betont Kay Adam. Das könnte klappen - spätestens in den Finalspielen. Doch was kommt dann? Die Aliens müssen sich für einen Weg entscheiden.

Quelle: RP
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