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Zittersieg: Die SG hat noch Sand im Getriebe

Lokalsport: Zittersieg: Die SG hat noch Sand im Getriebe
Simon Breuer wurde von den Aufsteigern ordentlich in die Mangel genommen - und kam gegen Varel am Ende auf vier Treffer. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Der Handball-Drittligist konnte beim Saisonstart nicht überzeugen, sicherte sich aber mit dem 22:21 über Varel-Friesland zwei Punkte. Von Michael Deutzmann

Am Ende waren sich alle einig. Gut ist anders - und liegt wohl noch ein paar Wochen voller harter Arbeit entfernt. Der Handball-Drittligist SG Ratingen konnte die zahlreichen Aussetzer im Motor immerhin ertragen, denn er startete mit einem 22:21 (11:8)-Zittersieg über die HSG Varel-Friesland in seine zweite Saison in der 3. Liga. "Das war ein typisches Auftaktspiel", fand der vom TuS Ferndorf gekommene Neuzugang Simon Breuer, "das war im Angriff extrem langsam. Aber wir werden wieder besser treffen."

Der 32 Jahre alte Rückraumspieler steuerte einen Treffer aus der Kategorie "Kürmeltore" bei, indem er sich anderthalb Minuten vor Schluss durch die Deckung ackerte - und der Ball kullerte anschließend zum 21:20 über die Linie. Sicher durfte sich Ratingen allerdings erst zehn Sekunden vor der Schluss-Sirene sein, als Ben Schütte das 22:20 markierte.

Trainerfuchs Leszek Hoft, der bis zum Ende der vergangenen Serie für den Oberligisten SG Langenfeld tätig war und nun für die Ratinger im Bereich zweite Mannschaft/Jugend verantwortlich ist, fasste die Partie zur Pause passend zusammen: "Das ist kein gutes Niveau. Da fehlt noch der Rhythmus." Hier lagen 30 intensiv geführte Minuten hinter den Kontrahenten, die sich gar nichts schenkten - weder in der Abwehrarbeit noch in der Fehlerquote. Dass sich die SG auf drei Treffer absetzen konnte, war vor allem ein Verdienst des starken Kapitäns Schütte, der oft bei Tempogegenstößen zur Stelle war und in der ersten Halbzeit fünf Treffer erzielte.

Bis zum 14:11 (38.) schien Ratingen die Partie zu kontrollieren, doch es folgte eine Tiefschlafphase bis zum 14:15 (46.). Weil die SG aus der Bahn zu geraten schien, nahm Ratka eine Auszeit - und hier fanden die Hausherren tatsächlich den Dreh zum Happy End. Erstens: Mike Schulz nahm Varels besten Werfer Sebastian Patzack (sechs Tore) in eine kurze Deckung. Zweitens: Schulz, einziger verbliebene Linkshänder im Team, rückte von der Außenposition vorübergehend in den rechten Rückraum. Drittens: Sebastian Bartmann mimte den Ersatz-Rechtsaußen, um von dort zusätzlich zum Kollegen Damian Janus zu rücken und als zweiter Kreisläufer für Unruhe zu sorgen. Die Gastgeber kassierten noch das 14:16 (46.), legten nun aber eine Fünferserie hin - 15:16 (46.), 16:16 (49.), 17:16 (50.), 18:16 (51.), 19:16 (52). Varel antwortete zum 19:19 (56.) und 20:20 (57.), ehe der sinnlose Wurf ihres Rückraumspielers Martins Libergs den Gastgebern den Ballbesitz brachte. Auch dadurch konnten Breuer und Schütte den Erfolg der SG sichern.

SG-Trainer Ratka war erleichtert, wollte jedoch über die Ungereimtheiten nicht hinwegsehen. "Es war Sommerhandball und beide Teams waren nicht auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit", sagte der Coach. Größtes Problem: Die SG hat keinen Linkshänder, der im rechten Rückraum zu Hause ist - weshalb die vorübergehende Not-Variante mit Rechtsaußen Mike Schulz herhalten musste. "Das haben wir heute nicht so lösen können, wie wir uns das vorgestellt haben", räumte Ratka ein, "wir müssen uns erheblich steigern und wir müssen viel dynamischer spielen. Wir müssen besseren Handball spielen." Dass Ratingen letztlich ein Tor mehr auf der Anzeigetafel hatte, genügt ihm nur für den Anfang. Und gut sieht anders aus. Vermutlich muss die SG bereits für die Aufgabe am Freitag (20 Uhr) beim Neusser HV zulegen.

Quelle: RP
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