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Ratingen
Sportliches Treffen der Generationen

Ratingen. Fünf- und Sechsjährige machen Bewegungsabzeichen - betreut von Senioren des TV. Von Wolfgang Schneider

Ein bisschen ist es, wie den berühmten Sack mit Flöhen zu hüten: In der Halle des TV Ratingen am Stadionring ist alles in Bewegung - offensichtlich mit viel Spaß. "Das machst Du klasse", lobt Hanne Wilms die kleine Selina, die über einen Teich mit Krokodilen balanciert. Naja, zumindest einen angenommen, denn natürlich liegen unter der Bank, auf der das Mädchen balanciert, nur die obligatorischen blauen Turnmatten, die Wasser symbolisieren. "Wir haben alle Übungen ein bisschen an den australischen Urwald angelehnt", sagt Stefan Marxen vom TV Ratingen, der die Veranstaltung organisiert hat.

In mehreren Gruppen absolvieren 60 Fünf- bis Sechsjährige aus vier Kindertagesstätten zehn Übungen - am Ende gibt es eine große Siegerehrung und eine Mütze. "Kibaz"- Kinderbewegungsabzeichen- nennt sich dieses Projekt des Kreis- und des Landessportbundes, bei dem die Kinder an allen Stationen selbst entscheiden können, ob sie antreten wollen oder nicht. Nichts muss für dieses Abzeichen absolviert werden. Stefan Marxen erklärt, was mit den einzelnen Übungen erreicht werden soll: "Es sollen soziale, motorische und kognitive Fähigkeiten angesprochen werden." Schon bei den Kleinsten ist dabei deutlich erkennbar, wer schon in einem Sportverein aktiv ist oder nicht.

Beim TV, dem größten Verein der Stadt, hat man sich aber noch weitergehende Gedanken gemacht. Hier stehen zwar die Kinder im Vordergrund, doch unterstützt werden sie von fast 20 Senioren aus dem Verein, Frauen wie eben Hanne Wilms. "Die Idee dahinter ist es, die Generationen miteinander zu verbinden", weiß Marxen. Und so hat er sich im Vorfeld in den Gruppen des Vereins umgehört und gefragt, welche Senioren Interesse hätten, die Kinder zu betreuen: "Dass sich so viele Ältere gemeldet haben, finde ich toll." Dass die übrigens mit mindestens genauso viel Spaß dabei sind wie die Kleinen, bestätigt ihn darin, die richtige Idee gehabt zu haben.

Dieser "Kibaz"-Tag soll übrigens nicht der einzige bleiben, denn es gibt verschiedene Parcours, die eingerichtet werden können: "Wir möchten das schon weiter machen und auch noch mehr Kitas einladen, dabei zu sein. Platz genug haben wir dafür auf dem Gelände, um einen großen Aktionstag durchzuführen", so Marxen. Er hatte im Vorfeld zu dieser Veranstaltung insgesamt sechs Kitas angeschrieben: "Dass vier letztlich gesagt haben, dass sie dabei sind, hat uns sehr gefreut." Nun überlegt man beim TV in der Tat, im Sommer einen weiteren Tag anzubieten - dann allerdings mit einem Parcours, der unter freiem Himmel stattfinden wird.

Daran denken die Kinder wie die kleine Emilia noch lange nicht. Sie versuchen, die Aufgaben zu bewältigen, die ihnen hier gestellt werden. Und dazu gehört zum Beispiel, dass sie mit ihrem Freund Aymen versucht, mit Hilfe von zwei Stöcken ein Kuscheltier in eine "Höhle" zu bugsieren. Schon im frühen Alter geht es hier darum, ein Ziel gemeinsam zu erreichen, sich vorher abzusprechen, erklärt Stefan Marxen: "Das klappt auch schon bei den kleinen Kindern ganz gut."

Quelle: RP
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