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Heiligenhaus
Stadt baut Flüchtlingsunterkunft um

Heiligenhaus. Unter anderem werden die Klassenräume der ehemaligen Schule Ludgerusstraße unterteilt - für mehr Privatsphäre. Von Sandra Kreilmann

Das Land NRW rechnet in diesem Jahr mit rund 200.000 Flüchtlingen. Zum Vergleich: im letzten Jahr waren es etwa 40.000. Die Folgen: "Was das ehrenamtliche Engagement und Sachspenden für die Asylbewerber betrifft, bekommen wir derzeit sehr viel Hilfe von den Bürgern angeboten", freut sich der Jörg Saborni. Doch der Fachbereichsleiter für Soziales bittet um Verständnis: "Wir schaffen es teilweise gar nicht mehr zeitnah, auf diese Hilfen zu reagieren, weil es so viele sind." Die Stadt ist derzeit organisatorisch für rund 200 Asylbewerber zuständuig. Sie leben in den Wohnheimen Ludgerusstraße, Friedhofsallee und Tüschen sowie in gemieteten Privatwohnungen.

Die Heiligenhauser Zahlen nannte Saborni detailliert im Sozialausschuss: Aktuell sind in der Ludgerusstraße derzeit 70 Personen untergebracht, darunter sind zwei Familien. Konstant 15 Asylbewerber leben an der Friedhofsallee, sowie weitere 15 im Übergangsheim Tüschen. Insgesamt leben 100 Personen in privaten Wohnungen. Der Stadtverwaltung ist in den letzten Monaten gelungen, dass Asylbewerber selbst Wohnungen im Stadtgebiet gemietet haben, das haben derzeit sieben Familien getan. Die Asylbewerber werden dabei von Sozialarbeitern begleitet. Die Betreuung durch Ehrenamtliche ist in enger Kooperation mit der Diakonie gewährleistet. Aktuell finden drei Sprachkurse pro Woche. In den kommenden drei Wochen beginnen die Umbaumaßnahmen in der Ludgerusstraße beginnen: "Die großen Klassenräume werden geteilt, und daraus werden kleinere Räume geschaffen, die mehr Privatsphäre entstehen lassen. So wird auch ein Aufenthaltsraum entstehen, in dem der Deutschunterricht stattfinden wird." In der Diskussion steht ebenfalls, auf Wunsch der Bewohner, dass der Security-Dienst der Landesunterkunft auch in der ehemaligen Sportfeldschule aktiv wird. Dies gestaltet sich durch die Vorgaben der Landesregierung schwierig. Die Securitybetreuung möchte man aber einrichten. Alternativ könnte sich eine solche Betreuung aus den Geldern der Vermietung der Sportfeld-Turnhalle ergeben - oder aus den 300 000 Euro, die die Landesregierung Heiligenhaus zukommen lässt (siehe Infobox). Was die Debatte um die Vermietung der Sporthalle an der Unterkunft in Sportfeldschule betrifft, so sorgt das Thema auch nach dem Beschluss des Immobilienausschusses zugunsten der Vermietung der Halle an das Land, noch für Aufregung, selbst im Sozialausschuss, der in dieser Frage nicht beschließt, sondern nur berät. Kämmerer Michael Beck stellt klar: "Das Land hat ganz gezielt diese Sporthalle gewünscht, da die Infrastruktur durch die bereits gemieteten Räume bereits gegeben ist." Man müsse, so Beck, jetzt Versäumnisse an anderen Stellen ausbaden. Vermiete man die Halle nicht, so hätte das Land die Möglichkeit diese einzuziehen. "Bei dieser hohen Zahl an Flüchtlingen im Land, wenn zum Beispiel Flüchtlinge in Dortmund auf der Straße schlafen müssen, ist der Druck auf die Landesregierung so im Druck, dass eine Einziehung wahrscheinlich wäre. Denn es fehlen jetzt aktuell 20.000 bis 30.000 Plätze. Wir sind trotzdem in guten Gesprächen mit den Sportvereinen, um Ausweichmöglichkeiten zu schaffen."

Quelle: RP
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