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Ratingen
Stadt baut ihre Sommerfreizeit aus

Ratingen: Stadt baut ihre Sommerfreizeit aus
Ferien daheim können ganz viel Spaß machen: Dies zeigt die Stadtranderholung in der Manege Lintorf mit behinderten und nichtbehinderten Kindern. Die Singspiele wurden wegen des Regens in die Räume verlegt. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Seit Jahrzehnten gibt es die Stadtranderholung des Jugendamtes - nun können auch Vorschulkinder teilnehmen. Von Karl Ritter

"Lange, sehr lange", sagt Sandra Speina vom Jugendamt auf die Frage, wie lange es die Stadtranderholung schon gibt: "Wir haben mal versucht, das genaue Startdatum herauszufinden, sind in unseren Archiven leider nicht fündig geworden", so Speina, die alle Maßnahmen rund um das Ferienangebot koordiniert - eine Mammutaufgabe, aber vor allem eine echte Erfolgsgeschichte. Und die wurde in diesem Jahr sogar noch ausgebaut. "Zum ersten Mal haben wir auch in der Gruppe mit den Jüngsten fünf Plätze für Vorschulkinder angeboten", erklärt die Sozialpädagogin: "Das ist so gut angekommen, dass wir das weiter fortführen werden."

Ein zusätzlicher Betreuer war dafür in den Gruppen eingeteilt, wie Speina erklärt: "Das hat einfach damit zu tun, dass ein Kind, das noch keine Schulerfahrung hat, weniger selbstständig ist und dementsprechend noch mehr Hilfe und Aufsicht braucht."

Geklappt hat aber alles, was unter anderem auch daran liegt, dass die Betreuer regelmäßig intensiv auf ihren Einsatz vorbereitet werden. Dazu gehören auch Kenntnisse in Erster Hilfe. Pro Gruppe ist immer ein Betreuer verantwortlich, um bei Notfällen kompetent zu helfen. Notwendig wurde das in den vergangenen Jahren selten. Und auch diesmal gab es keine großen Probleme. Keine Probleme - genau das richtige Stichwort für den Umgang der Ferienkinder mit den behinderten Teilnehmern: "In vielen Gruppen ist überhaupt nicht zu erkennen, welches Kind eine Behinderung hat", sagt Marius Bartos von der Lebenshilfe. In anderen Gruppen ist eine Eins zu Eins-Betreuung zwingend erforderlich. Berührungsängste gibt es keine, wie Sandra Speina aus ihrer langen Erfahrung weiß: "Die Kinder sind ein Teil der Gruppe und werden auch so behandelt und in allen Bereichen mit einbezogen - das ist gelebte Inklusion."

Viel anders sah es in diesem Jahr auch nicht mit den Flüchtlingskindern in den Gruppen aus. Sprachbarrieren waren nur in den ersten Tagen noch ein Handicap, so die Koordinatorin: "Aber spätestens in der zweiten Woche war auch das kein Thema mehr. Die Kinder haben einfach akzeptiert, dass da jemand ist, der nicht so gut Deutsch spricht, und trotzdem ganz normal miteinander gespielt."

Ein besonderer Höhepunkt war in diesem Jahr - wie von unserer Redaktion berichtet - das Zirkusprojekt. "Die Faszination hierfür ist seit Jahren ungebrochen, hier gibt es mehr Anfragen als Plätze", weiß Sandra Speina. In den übrigen Gruppen müssten nur ganz selten Kinder abgewiesen werden, weil die Kapazitäten erschöpft seien.

Die Kosten für die zweiwöchigen Blöcke sind überschaubar: Bei bis zu elf Jahren wird für das erste Kind ein Betrag von 120 Euro fällig, ab dem zweiten Kind kostet die Teilnahme 90 Euro. Bei den Älteren liegen die Kosten bei 140 beziehungsweise 110 Euro. Wer für Ermäßigungen berechtigt ist, zahlt grundsätzlich 30 Euro. Darin enthalten sind neben dem Mittagessen zahlreiche Ausflüge und Angebote, bei den älteren Kindern sogar ein einwöchiger Aufenthalt im Schullandheim Müllenborn.

Quelle: RP
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