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Analyse
Stadt braucht mehr Platz für Schüler

Analyse: Stadt braucht mehr Platz für Schüler
Es gibt vom nächsten Jahr an mehr Grundschüler. Platz genug ist für sie in der Schule Schulstraße. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. Seltsame statistische Hopser: Gemeindeprüfer bescheinigen der Stadt, sie habe viel zu viel Schulraum. Jetzt werden mehr Klassenräume für Grundschüler gebraucht. Die Prognosen für die Schülerzahlen mussten deutlich nach oben korrigiert werden. Von Paul Köhnes

Spätestens nach dem Aus für die Grundschule Unterilp wegen zu weniger Anmeldungen galt es als ausgemachte Sache: Die Schülerzahlen werden schrumpfen - und die Stadt wird schon einen sehr guten Plan brauchen, wenn sie fünf Grundschulen und drei weiterführende Schulen als Schulträger versorgen möchte. Schon längst auf keinem Radar mehr ist die ebenfalls vor etlichen Jahren geschlossene Hauptschule am Sportfeld. Bloß: Die zu Prognosen geronnenen Berechnungen sind inzwischen deutlich zu korrigieren. Jetzt braucht die Stadt wieder einen sehr guten Plan, nur eben einen anderen - und scheint ihn auch zu haben.

Nein, es geht nicht um den Bau einer neuen Grundschule. Wohl aber um deutlich mehr Grundschüler, als vor Jahresfrist noch angenommen. "Die alten Vorausberechnungen gingen von der Geburtenzahl in der Stadt aus", sagt Schuldezernent Michael Beck. Diese Zahlengrundlage bietet logischerweise genauen Aufschluss darüber, wann wie viele Kinder ins schulfähige Alter kommen. Was sie aber nicht bieten kann, ist die kurzfristige Reaktion auf aktuelle Entwicklungen. Die muss nachgeholt werden - und genau das ist jetzt passiert. Die Zahl, die Michael Beck und die Schulverwaltung aufhorchen lässt: "Es sind 114 Kinder im Alter zwischen null und sechs Jahren hinzugekommen", sagt Beck. So entwickelte sich die Prognose für das Schuljahr 2017/2018: Im Januar 2015 ging man von 209 Erstklässlern aus, ein Jahr darauf von 254, aktuell von 256. Das zwingt die Stadt zum Handeln, was zunächst eine reine Formalie ist: "Die Zahlen führen zu einer Erhöhung der Kommunalen Klassenrichtzahl von derzeit zehn Eingangsklassen auf zwölf Eingangsklassen für 2017/2018 und zehn bis elf Eingangsklassen für die Folgejahre. Auch wenn es sich bei der Klassenrichtzahl nur um eine Obergrenze handelt und diese Anzahl von Eingangsklassen nicht zwangsläufig erforderlich bzw. notwendig ist, lässt sich daraus doch grundsätzlich ein erhöhter Bedarf an Eingangsklassen ablesen, auf den frühzeitig reagiert werden sollte", schreibt die Schulverwaltung in einer Bestandsaufnahme.

Wie dieser Vorgang genau heißt, erklärt die Verwaltung auch: "Gemäß Leitfaden der Bezirksregierung Düsseldorf ist eine einmalige Erhöhung der Zügigkeit möglich, ohne dass es dafür eines Ratsbeschlusses bedarf. Es handelt sich hierbei um eine Bildung von Mehr- oder Überhangklassen, die eine flexible und nicht auf Dauer ausgerichtete Auffangregelung darstellt."

Kamen die zusätzlichen Schüler auch unprognostiziert - unwillkommen ist die Entwicklung nicht. Im Gegenteil. "Es ist im Grunde die logische Konsequenz aus dem Angebot, das die Stadt seit Jahren mit ihren neuen Wohngebieten macht", erläutert Beck. Und auch in gewachsenen Wohngebieten wie Isenbügel komme es Zug um Zug zu einem Generationenwechsel. Anders gesagt: Heiligenhaus wird mehr und mehr zum guten Pflaster für junge Familien.

Die Lösung des Problems: In der zentral gelegenen Schule Schulstraße ist genug Platz. Die Schulleitung ist ebenfalls informiert, ebenso die Schulaufsicht des Kreises Mettmann. Denn vorderhand geht es darum, die Zahl der Parallelklassen an der Schulstraße im ersten Schuljahr ("Zügigkeit") einmal zu erhöhen - nicht dauerhaft. Insofern dürfte der Blick in die Prognosen für Schulstatistiker spannend bleiben.

Quelle: RP
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