| 00.00 Uhr

Ratingen
Stadt prüft Schäden am alten Gehöft

Ratingen: Stadt prüft Schäden am alten Gehöft
Die beiden Nebengebäude wurden von Jugendlichen im Rahmen eines Qualifizierungsprojektes hochgezogen. Nun gammelt alles vor sich hin. FOTO: Joachim Preuß
Ratingen. West Viele Dumeklemmer kennen es gar nicht - das Eisenzeitliche Gehöft am Grünen See. Es wurde bereits 2001 errichtet. Darum hatte sich sich der Verein "Eisenzeitliches Gehöft Ratingen e.V." gekümmert. Doch seit längerer Zeit verfällt das originalgetreu nachgebaute Anwesen. Von Joachim Preuss

Darauf machte RP-Leserin Gisela Lenz die Redaktion aufmerksam. Beim raschen Blick vom Fußweg parallel zum Theo-Leuchten-Weg auf das Gelände fallen die Vandalismusschäden kaum auf. Aber Lenz hat nach eigenem Bekunden sogar Jugendliche dabei beobachtet, wie sie, mit Hämmern ausgerüstet, an den Lehmwänden herumpickten. Mittlerweile klaffen große Löcher in den beiden Nebengebäuden und geben den Blick frei unter anderem auf den Rest von Bauarbeiten. Lenz sorgt sich um das Gehöft.

Eine Website des Vereins informiert über die Entstehung des Gehöfts, die dort angegebene Telefonnummer ist jedoch nicht erreichbar, auch E-Mails kommen zurück. Man recherchiere noch, sagte Christian Stollenwerk vom Bürgermeister-Büro. Man habe auch Hinweise auf Schäden bekommen: Bei der Vorbereitung des Folkerdey-Festivals habe Johannes Maas vom Jugendzentrum LUX darauf hingewiesen.

Auch hier waren "Mauerspechte" am Werk. FOTO: Preuss

"Es besteht ein Vertrag zwischen Stadt und Verein, demnach ist der Verein für die Unterhaltung und Instandhaltung auf eigene Kosten verantwortlich. Es gab in der Vergangenheit allerdings entsprechende Zuschüsse von der Stadt. Diese sind zuletzt wohl nicht mehr abgerufen worden. Aufgrund der Hinweise zu den Vandalismusschäden wird die Verwaltung auf den Verein zugehen und die Angelegenheit prüfen", so Stollenwerk gestern.

Rückblick: Beim Bau der A44 stießen Arbeiter auf Reste einer Siedlung, die von Wissenschaftlern auf etwa 500 Jahre v. Chr. datiert wurden. Der Fundort liegt wenige hundert Meter vom Standort des Nachbaus entfernt. Das Hofensemble wurde soweit möglich nachgebaut, die Ausrichtung der Lage der Gebäude entspricht dem Original. Die Grundsteinlegung für die Rekonstruktion war im Jahre 2000. Bauherr war der Kreisverband Ratingen des Deutschen Siedlerbundes, Siedlerbund Rheinland. Weiter heißt es auf der Website, dass aus Anlass der 725-Jahr-Feier der Stadt sowie der Euroga 2002 Mitglieder des Kreisverbandes mit "weitestgehend handwerklichen Methoden der Eisenzeit" nach den Ausgrabungsplänen das Haupthaus errichteten. Die beiden Nebengebäude erbauten 16 Jugendliche des städtischen Projektes "Arbeiten und Lernen".

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Ratingen: Stadt prüft Schäden am alten Gehöft


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.