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Ratingen
Stadt soll Gelände am Blauen See kaufen

Ratingen: Stadt soll Gelände am Blauen See kaufen
Das Areal am Blauen See ist einzigartig. Fast alle Fraktionen im Rat sprechen sich dafür aus, die Pläne für eine behutsame Weiterentwicklung des Geländes voranzutreiben. So gibt es dazu einen gemeinsamen Antrag, den das Stadtparlament wohl absegnen wird. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Die Pläne für eine Umgestaltung des einzigartigen Freizeitareals kommen nun in eine entscheidende Phase. Von Norbert Kleeberg

Was vor einigen Jahren eher im weiten Reich der Theorie verankert war, entwickelt sich mehr und mehr zum ausgewachsenen Projekt.

Und breiter kann das Bündnis im Rat kaum sein: Die Fraktionen von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und den Optimisten (früher Piraten) fordern Bürgermeister Klaus Konrad Pesch in einem gemeinsamen Antrag zum Handeln auf: Er soll prüfen lassen, ob die Neugestaltung des Freizeitgeländes Blauer See auch mit Hilfe von Fördermöglichkeiten des Landes umgesetzt werden kann. Ein Bebauungsplanverfahren, verbunden mit der Änderung des Flächennutzungsplans, war bereits auf den Weg gebracht worden.

Eine umfangreiche Umsetzungsstudie (ein Schwerpunkt: Umweltbildungszentrum auf dem Gelände) wurde zudem beschlossen. Die Gebäude, Wege sowie die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur am Blauen See würden immer baufälliger, es bestehe dringender Handlungsbedarf, das Gelände zu überplanen, heißt es in dem Antrag, der der RP vorliegt.

Ziel sei es, wieder ein attraktives Naherholungsangebot zu entwickeln, das allen Bürgern zur Verfügung steht. Auch der Neanderlandtourismus würde erheblich profitieren, betonen die Fraktionen. Wörtlich heißt es: "Die Grobplanung soll das Gelände der Bleichwiese im Zusammenhang mit dem LVR-Museum Cromford sowie die Parkplätze mit einschließen. Inhalt des Förderantrages sollte die vom Rat beschlossene Umsetzungsstudie für ein attraktives Naherholungsangebot sein. Darüber hinaus muss die bestehende Infrastruktur modernisiert und weitestgehend barrierefrei gestaltet werden."

Zudem soll geprüft werden, ob eine Betreibergesellschaft in Form einer gGmbH (Anteilseigner Stadt Ratingen, Kreis Mettmann) für den laufenden Geschäftsbetrieb die Verantwortung übernehmen könnte. Perspektivisch bedeutet dies: Die Stadt könnte das Areal von der Gräflich von Spee'schen Zentralverwaltung kaufen und das Heft des Handelns in die Hand nehmen. So ist der Kern des Antrags auch zu verstehen. Es ist davon auszugehen, dass der Rat dem zustimmen wird.

Ein weiterer Aspekt: Es soll auch untersucht werden, ob die Themen Inklusion, Förderung benachteiligter Jugendlicher und Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser besetzt werden können. Es gebe sehr erfolgreiche Beispiele in NRW, die zeigen, dass der Betrieb auf einem solchen Gelände mit arbeitsmarktpolitischen Aktivitäten sinnvoll verbunden werden kann.

Die bestehenden Förderprogramme des Landes NRW und der Europäischen Union bieten laut Antrag der Fraktionen diverse Anknüpfungspunkte. Zur Vorbereitung soll ein mit Förderanträgen erfahrenes Planungsbüro eingeschaltet werden. Die notwendigen Planungskosten soll die Verwaltung bis zu den Etatberatungen im Haupt- und Finanzausschuss benennen. Seit vielen Jahren gibt es intensive Bestrebungen, das einzigartige Areal attraktiver zu machen.

Wie die RP erfuhr, begrüßt auch der Kreis Mettmann die aktuellen Pläne. Hinter den Kulissen befindet man sich im ständigen Austausch mit Stadt und Politik.

Quelle: RP
 
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