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Heiligenhaus
Stadt verkauft Hitzbleck-Gelände

Heiligenhaus. Der Rat beschäftigte sich mit der Zukunft der Brache im Herzen der Stadt.

"Das ist eine Möglichkeit, unserer Innenstadt ein großes Stück Verweilqualität zu geben", brachte es CDU-Fraktionschef Ralf Herre auf den Punkt. Die Ansiedlung eines Nahversorgungszentrums (RP berichtete) auf der Hitzbleck-Brache im Herzen der Stadt stellt für die Christdemokraten und nahezu alle anderen Fraktionen im Rat der Stadt eine große Chance dar, einen Schandfleck in Wurfweite zum Rathaus aus dem Stadtbild zu entfernen.

Denn seit dem wirtschaftlichen Aus des Traditionsunternehmens tut sich auf dem Gelände nichts. Doch das könnte sich jetzt ändern, dafür machten die Politiker in der letzten Sitzung vor der Sommerpause den Weg frei. Ein norddeutscher Investor kann das Grundstück kaufen und mit konkreten Planungen beginnen. Dass es grundsätzlich eine gute Idee sei, dieses Grundstück zu ertüchtigen, fand auch WAHL-Chef Stefan Okon, trotzdem war er letztlich dagegen: "Wir haben immer noch die Idee des Investors auf dem alten Kiekert-Gelände ein Einkaufszentrum zu errichten. Zwei solcher Zentren in unmittelbarer Nähe wären nicht gut", sagte er.

Genau dieses Argument hatte die Verwaltungsspitze versucht, von vornerein zu entkräften, den Fraktionen ein neues Einzelhandelsgutachten vorgelegt, das die Auswirkungen zweier solcher Zentren untersuchte: "Dieses Gutachten blickt in die Zukunft und geht davon aus, dass auf dem Kiekert-Gelände dann tatsächlich etwas entstanden ist", machte Bürgermeister Jan Heinisch deutlich. Es dauerte zwar, bis das auch der letzte Politiker im Saal verstanden hatte, aber die Aussage des Gutachtens war klar: "Hauptstraße und zwei Einkaufszentren, das wäre durchaus möglich", fasste der Verwaltungschef zusammen.

Doch man beachte den Konjunktiv: Denn bekanntlich tut sich auf dem ehemaligen Gelände von Kiekert seit drei Jahren nichts, der Investor kommt mit immer neuen Änderungswünschen, hat bisher aber noch nicht einen Handschlag getan. "Ich glaube auch nicht, dass da überhaupt noch etwas passiert", ärgerte sich Ralf Herre. Doch plötzlich ist die Firma aus der Versenkung erschienen, schrieb Anfang der Woche die Fraktionen und die Chefetage im Rathaus an, um das neue Projekt auf der Hitzbleck-Brache zu kritisieren. WAHL-Mann Okon hatte daraufhin mit der Firma telefoniert: "Die wollen weiter was machen und würden sich freuen, uns hier einmal den Stand der Dinge präsentieren zu können. Das wäre nur fair." Eine Aussage, die den Bürgermeister kurz aus der Fassung brachte: "Es ist schon etwas unverschämt, hier etwas vorstellen zu wollen, was es gar nicht gibt. Seit Monaten gibt es keine neuen Entwicklungen des Investors. Also brauchen wir ihn auch nicht einzuladen. Wir warten ja quasi täglich auf den Bauantrag, aber es passiert nichts."

Am Ende gab es aber im nicht-öffentlichen Teil die Mehrheit für den Verkauf des Grundstücks von Hitzbleck, das die Stadt über die SBEG erworben hatte.

(wol)
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