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Heiligenhaus
Stadtführung durch drei Parks mit Geschichte

Heiligenhaus: Stadtführung durch drei Parks mit Geschichte
FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)
Heiligenhaus. Chefstadtplaner Siegfried Peterburs und Rolf Watty vom Geschichtsverein führten gut 30 interessierte Bürger durch die drei Stadtparks. Von Sandra Kreilmann

Sie ist nicht mehr nur die "Stadt im Grünen": Immer mehr Grün findet sich auch in der Stadt. Gleich drei grüne Oasen in der Innenstadt wurden in den vergangenen Jahren geschaffen: John-Steinbeck-Park, Hefelmann-Park und ein neuer Park westlich der Kettwiger Straße, der noch in diesem Jahr einen Namen bekommen soll.

Die kleinen und großen Geschichten rund um diese Parks erfuhren gut 30 Interessierte am Samstag von Chefstadtplaner Siegfried Peterburs und Rolf Watty vom Geschichtsverein bei einer gut zweistündigen Führung.

Siegfried Peterburs (links) und Rolf Watty führten durch drei Heiligenhauser Parks, wie hier im Steinbeckpark. FOTO: Dietrich Janicki

"Doppelt so viel wie angemeldet", freuten sie sich über das rege Interesse.

Die Parks, allesamt an Siepen gelegen, also an schluchtartigen Kerbgeländen, die in eine Richtung abfallen, sind dabei auch alle aus der Not geboren. Der John-Steinbeck-Park und der noch namenlose Park liegen auf ehemaligen Kippen, auf denen ist eine Bebauung aufgrund der Gegebenheiten schwierig. "Im John-Steinbeck-Park bewegt sich der Boden quasi wie ein Pudding. Da müsste man allenthalben nachbessern." Nun ist es grün hier, es blüht gelb. "Anfang des 20. Jahrhunderts war das hier ein echter Schandfleck", erklärt Rolf Watty. "Stadt und Industrie haben hier alles Mögliche abgeladen. Damals war der Bereich allerdings auch noch Randgebiet des kleinen Straßendorfes." Die Nazis nutzen das Grundstück dann später, um dort Arbeitsplätze zu schaffen. "Es wurde ein HJ-Heim errichtet, und auch im hinteren Teil des Geländes sollte ein Freilicht-Theater gebaut werden."

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände dann wieder zu Ödland, es habe zwar mal Pläne zur Bebauung gegeben, doch die Idee wurde wegen des unsicheren Untergrundes verworfen.

Zur Jahrtausendwende kam dann gezielte Bewegung in das Gelände. Schon vorher hatte Stadtplaner Peterburs darauf geachtet, dass die umliegenden Bauten sich in die Umgebung einfügte. "Die Dächer hier nehmen die Architektur der Kant-Aula auf", wird erklärt.

Die Sicht ist nun offen und mit gut 90.000 Euro des Konjunkturpaketes II entstand eine Oase mitsamt Kinderspielplatz. "Benannt ist der Park nach dem amerikanischen Autor John Steinbeck, dessen Vorfahren aus Heiligenhaus stammen", erklärt Watty.

Weiter ging es zum Hefelmann-Platz, dem zweitjüngsten Park in der Runde. Der Name entstammt der Besitzerfamilie, die das nun abgerissene Haus gegenüber des nun noch stehenden hatten. "Der Bäckermeister Willi Hefelmann war ein echtes Original", erklärt Watty. Auch hier wurde aus der Not eine Tugend gemacht. Denn für die Firma Kiekert, die hier viele Jahrzehnte hier Werk hatte, bevor sie an den Höseler Platz zogen, war das Gelände für Investitionen allein logistisch schon schwierig. "Wäre Kiekert hier geblieben, gäbe es auch den Basildonplatz in der Form nicht, dann würde dort nun die Westfalenstraße entlang führen", so Peterburs. 540.000 Euro flossen in die Errichtung des Parks, 80 Prozent davon Landesförderung.

Flächenmodellierung erfolgte hier wie auch im noch-namenlosen Park mit Aushub von der Baustelle der A44.

Quelle: RP
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