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Jubiläum
25 Jahre "Neue Musik" in Ratingen

Ratingen. Neue Musik ist, wenn erst einmal keiner Ahnung davon hat und sie deshalb schon ablehnt. Neue Musik ist aber vor allem das, was der Ratinger Komponist Raimund Juelich macht, liebt, verteidigt und lehrt. Einmal im Jahr gibt es ein Konzert mit seinen Werken - immer nahe seinem Geburtstag und nahe seiner Wohnung. Gespielt wurde also im Trimborn-Saal, der 66. Geburtstag wird am 17. Dezember sein, dem Taufdatum von Beethoven. Und immer findet sich ein sensibles Publikum, das mit sachkundigem Verstand und großer Verbundenheit den Meister ehrt.

In diesem Jahr gab es drei Interpreten, die dem Düsseldorfer Ensemble "notabu" (seit 30 Jahren aktiv) angehören und beim Silbernen Bestehen der veranstaltenden Initiative "Input-Output" auftraten. Raimund Juelich moderierte, Mitsuru Morita-Uno (Cello), Christof Hilger (Klarinette) und Stefan Oechsle (Flöte) spielten meisterlich Werke von Juelich und anderen Komponisten. In seiner Familie war man künstlerisch unterwegs, vornehmlich musikalisch. Seit 1957 wohnt der Musiker in Ratingen, hat schon als Kind mit manchem Instrument reüssiert und studierte Psychologie, vornehmlich aber in Düsseldorf an der Musikhochschule und wurde Musiklehrer und Komponist. Die so genannte Neue Musik ist eigentlich so neu auch nicht, beschreibt sie doch, so das Lexikon, eine Fülle unterschiedlicher Strömungen der komponierten, mitteleuropäisch geprägten Musik von etwa 1910 bis zur Gegenwart. Ihr Schwerpunkt liegt in Kompositionen der Musik des 20. Jahrhunderts. Sie ist insbesondere durch - teils radikale - Erweiterungen der klanglichen, harmonischen, melodischen, rhythmischen Mittel und Formen charakterisiert. Ihr ist die Suche nach neuen Klängen, neuen Formen oder nach neuartigen Verbindungen alter Stile zu eigen.

Immerhin kann der Komponist auf eine Fülle von Preisen und Ehrungen, von inspirierenden Arbeitsaufenthalten und Aufführungen zurückblicken, kümmert sich immer wieder mit Herzblut um die Verbreitung der "neuen" Töne und findet vor allem beim Austausch mit einem erlesenen Kreis von Kennern und beim erfolgreichen Unterricht mit Studenten die Akzeptanz für die Neue Musik, die ihr eigentlich zusteht. Das nächste Juelich-Konzert soll es in einem Jahr geben.

Gabriele Hannen

Quelle: RP
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