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Konzert
Nachwuchs-Bläser auf prominenten Spuren

Ratingen. Anspruchsvoll und unterhaltsam sollte das Neujahrskonzert der Musikschule werden. Und das Bläser-Vororchester und das Jugendblasorchester hielten ebenso Wort wie die Gäste der Stadtjugendkapelle aus dem Allgäu-Städtchen Isny.

Das Stadttheater bildete einen würdigen Rahmen, und nach über zweieinhalb Stunden wollte das begeisterte Publikum gar nicht aufhören zu applaudieren. Die Jüngsten eröffneten den Reigen und stellten das Märchen vom "Aschenputtel" musikalisch dar. Werner Schürmann, ehemals Leiter des Kinder- und Jugendchores, las den Märchentext, der immer wieder geschickt musikalisch illustriert wurde. Den jungen Ensemblemitgliedern und ihrem engagierten Leiter Ralf Meiers gelang es, das volle Haus in Neujahrsstimmung zu versetzen.

Die Gäste aus Isny stehen als Jugend-Abteilung der "Stadtkapelle Isny" in der Tradition volkstümlicher, süddeutscher Blasorchester. Mitgebracht hatten sie aber "sinfonische Blasmusik", mit der sich ambitionierte Orchester heute stark identifizieren. Reine Kunstmusik wie "Where Eagles Soar" von Steven Reineke und "Lord Tullamor" von Carl Wittrock begeisterte durch abwechslungsreiche Tonsprache und interessante Klangfarben. Bei weltbekannter Filmmusik zu Klassikern des "Italo-Western" aus der Feder von Enio Morricone und Musical-Highlights von Andrew Lloyd Webber ließ der kultivierte Blasorchester-Sound Erinnerungen wach werden. Schließlich führte Dirigent Rafael Ohmeyer, wie schon im bisherigen Programm, souverän durch die rhythmischen Finessen der schwungvollen Filmmusik zu "Children of Sanchez".

Volltönend und kräftig präsentierten sich nach der Pause die Mitglieder des Ratinger Blasorchesters. Auf die monumentalen Klänge ihres Eröffnungsstückes "Ross Roy" ließ Musikschulleiter Paul Sevenich Musik im neobarocken Stil mit Pop- und Swing-Einlagen folgen. Wie gut sich die Besetzung eines Blasorchesters eignet, den Big-Band-Sound von Duke Ellington nachzuahmen, bewies das Ensemble mit einem Mix weltbekannter Melodien wie "Take The A-Train" oder "Caravan", bevor Sevenich mit seinen jungen Musikern in einer Hommage an Freddy Mercury das Publikum zu einem Mini-Rockkonzert einlud. Auch ohne E-Gitarre und die unverwechselbare Stimme des früh verstorbenen Frontmanns der Gruppe "Queen" ließ sich das Publikum anstecken. Die Zugaben spielten die Ratinger und Isnyer mit fast 100 Bläsern gemeinsam.

Quelle: RP
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