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Pilgerreise
Oberschlesier besuchen den Papst

Ratingen. Man merkt, dass hier ein anderer Wind weht. Franziskus entwickelt ganz klar seinen eigenen Stil und das ist auch völlig in Ordnung. Ich denke, er will die Kirche den Menschen wieder etwas näher bringen" - so fasst der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Oberschlesier (Hösel), Klaus Plaszczek, die Begegnung mit Papst Franziskus im Vatikan zusammen. Die Oberschlesier waren zum 70. Jahrestag der Flucht und Vertreibung zu einer Pilgerreise nach Rom aufgebrochen. Höhepunkt war die persönliche Begegnung mit dem Pontifex in der so genannten prima fila.

Diese sei überaus herzlich gewesen, so Plaszczek: "Wir konnten uns prima auf Deutsch unterhalten. Er hat ja an der Jesuiten-Kommunität St. Georgen in Frankfurt Studien betrieben. Ein Blickfang für ihn war sicherlich die Bergmannsuniform von Vorstandsmitglied Paul Schläger, die die Verbundenheit Oberschlesiens mit dem Steinkohlebergbau repräsentierte. Aber einen wirklichen Überraschungsmoment brachte die Figur der St. Barbara, Patronin der Bergleute, die aus oberschlesischer Kohle geschnitzt war." Franziskus habe sich über das Präsent sehr gefreut.

Diese Freude nutzten Klaus Plaszczek und seine Begleiter, darunter auch der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die schlesischen Katholiken, Joachim Giela, den Papst nach Oberschlesien einzuladen. Auch eine Gelegenheit gebe es bereits. "2016 findet der Weltjugendtag im polnischen Krakau statt. Wenn Papst Franziskus dieses Ereignis nutzen könnte, den oberschlesischen St. Annaberg zu besuchen, wäre das eine ganz große Sache für unsere überwiegend katholischen Landsleute", so Plaszczek.

Der St. Annaberg habe für die Oberschlesier eine besondere Bedeutung. Tausende pilgern jährlich zur 66 cm großen Figur der Heiligen Anna auf dem 406 Meter hohen Berg. Ein weiteres Highlight der Reise war der Empfang in der Residenz der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl. Botschafterin Annette Schavan empfing die Gruppe. "Sie war sehr interessiert an unserer Pilgerreise, aber auch an den aktuellen Entwicklungen in Oberschlesien", berichtet der Ratinger Kreistagsabgeordnete Sebastian Wladarz, der die Fahrt organisiert hatte. Unter anderem waren die deutschsprachige Seelsorge und auch insgesamt der Stand der muttersprachlichen Bildung für die Deutschen in Polen Themen des Gesprächs. "Natürlich kamen wir damals nicht umhin, einen möglichen Regierungswechsel in Polen anzusprechen, immerhin waren am 25. Oktober ja Sejmwahlen", sagt Wladarz.

Quelle: RP
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