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Ratingen
Stadtradeln wird immer beliebter

Ratingen: Stadtradeln wird immer beliebter
Auf geht's: Am kommenden Sonntag, 1. Mai, startet wieder die große Aktion zum Stadtradeln. Und viele Bürger machen sicherlich mit. FOTO: achim blazy
Ratingen. Am Sonntag fällt der Startschuss. Es geht um ein besseres Klima, Kritiker zweifeln allerdings an der großen CO2-Ersparnis: Viele der Strecken, aus sportlichen Gründen gefahren, wären niemals mit einem Pkw absolviert worden. Von Norbert Kleeberg

Neuer Startschuss für mehr Bewegung an der Luft und ein besseres Klima: Alle, die in Ratingen wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder einem Verein angehören, können sich wieder bewusst aufs Rad schwingen und drei Wochen lang möglichst viele Kilometer in Alltag und Freizeit mit dem eigenen Gefährt zurücklegen. So soll das Stadtradeln ein Zeichen für mehr Klimaschutz, Lebensqualität und Radverkehrsförderung in Ratingen sein.

Damit es mit dem Kilometer-Sammeln gleich in lockerer Atmosphäre losgehen kann, sind Interessierte eingeladen, sich am Sonntag, 1. Mai, um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Mitte einzufinden, um anschließend unter der Leitung des ADFC-Ortsverbands Ratingen gemeinsam zum Schloss Heltorf in Düsseldorf-Angermund zu radeln. Beim vorherigen Stadtradeln in Ratingen legten 560 aktive Teilnehmer in 41 Teams stattliche 92.245 Kilometer zurück.

Das entspricht laut Stadt einer Einsparung von rund 13,3 Tonnen des klimaschädlichen CO2. Aus Sicht der Verwaltung hat die Aktion neben dem Umweltaspekt einen weiteren Schwerpunkt: So können die Teilnehmer ihre alltägliche Mobilität hinterfragen und ihre Stadt aus einer anderen Perspektive kennenlernen.

Auch die Bilanz im Kreis Mettmann konnte sich sehen lassen: Als größte Kommune im Kreis hat Ratingen die meisten Kilometer vor Hilden zurückgelegt. Zwar waren die Hildener Radfahrer mit 1,3 km pro Einwohner fahrradaktiver als die Ratinger - dennoch wurde auch hier die 1,0-km-Marke geknackt. In der Liste der Kommunen und Kreise in NRW mit den meisten Radkilometern liegt Ratingen auf Platz 22; gemeinsam mit Hilden, Heiligenhaus, Erkrath, Velbert, Langenfeld und dem Kreis konnte man sich immerhin den dritten Platz in NRW sichern.

Es gibt allerdings auch kritische Stimmen. Heinz Schlepütz betonte in einem Leserbrief: "Diese mehr als 92.000 Kilometer sind eine stolze Zahl. Unter sportlichen und gesundheitlichen Aspekten ist das ein Gewinn. Aber mit den eingesparten 13,3 Tonnen CO2 ist man weit übers Ziel hinausgeschossen. Die Angabe beruht auf einer gesparten Emission eines normalen Autos mit rund 145 g/km. Aber die gefahrenen Kilometer sind auf keinen Fall eingesparte Pkw-Kilometer. Viele der Strecken, aus sportlichen Gründen gefahren, wären niemals mit einem Pkw absolviert worden. Wir dürfen sicher annehmen, dass das 30 bis 40 Prozent der Strecken waren." Ein ADFC-Tourenführer habe erzählt, dass in einer von ihm geführten Gruppe von elf Teilnehmern sieben mit einem E-Bike dabei waren. "Deren Akkus werden mit Strom aufgeladen, der zu fast 70 Prozent aus Braun- und Steinkohle, Gas und Öl stammt, es sind also richtige CO2-Emittenten." Schlepütz betonte: "Die hohe Zahl von eingespartem CO2 ist Augenwischerei."

Fragen zur Auftakttour und auch sonst rund um das Stadtradeln 2016 beantwortet die städtische Fahrradbeauftragte Paula Stegert, Telefon 02102 550-6116, E-Mail fahrradbeauftragte@ratingen.de. Mehr Informationen unter www.stadtradeln.de.

Quelle: RP
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