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Ratingen
Stehende Ovationen für junge Talente

Ratingen: Stehende Ovationen für junge Talente
Anton Lenger, Alexander Seidl und Svenja Kupschus (von links) sorgten für Gänsehaut und gute Stimmung. FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)
Ratingen. Das RP-Nachwuchskonzert in der Wasserburg mit Svenja Kupschus, Alexander Seidl und Anton Lenger begeisterte. Von Wolfgang Schneider

Es dauerte nur ein paar Sekunden, da standen nahezu alle der rund 190 Zuhörer in der Wasserburg und feierten das, was sie gerade fast zwei Stunden gesehen und gehört hatten mit stehenden Ovationen.

Das RP-Nachwuchskonzert mit den drei Ratinger Ausnahmetalenten Svenja Kupschus, Alexander Seidl und Anton Lenger übertraf die Erwartungen - es war ein Abend, der bestens unterhielt, der Spaß machte, der aber zwischendurch auch tief bewegend war. Um es kurz zu sagen, dieses Konzert hatte alles, was man an einem solchen Abend gerne erleben möchte.

Das hatte neben dem großen musikalischem Talent der drei Teenager, die alle an der städtischen Musikschule unterrichtet werden, aber vor allem mit deren Persönlichkeit zu tun. Da wäre zum Beispiel die 17-jährige Svenja, die voller Kraft singt oder mit dem Saxofon Stimmung verbreitet, dass es einem bisweilen Gänsehaut bereitet.

Die meisten Lieder hat sie selbst geschrieben. Inhaltlich vielleicht manchmal etwas abgedreht, entfalten sie musikalisch eine überraschende Tiefe - irgendwo zwischen Jazz, Soul und Blues angesiedelt, sind sie ein unverkennbares Merkmal der jungen Frau, die zum Beispiel dem Pink Floyd-Klassiker "Wish you were here" eine ganz neue, eigene Note verlieh.

Begleitet wurde sie in der Regel am Klavier von dem 16-jährigen Anton Lenger. Mit Hemd und Hosenträger kommt er charmant, authentisch und unbekümmert daher. Während er am Klavier mit den Händen wahre Wunderdinge verbringt und das Publikum mitreißt, weiß er stehend nicht, wohin damit - aber zum Glück haben die Hosen heutzutage ja Taschen.

Dass er auch singen kann, bewies er - wenn auch nicht ganz freiwillig - mit seinem Cover von "Barfuß am Klavier". Alleine diesen Song mit so viel Unbekümmertheit und trotzdem viel Tiefgang zu singen, verdient Respekt.

Den verdiente sich auch Alexander Seidl, gerade 17 geworden. Er präsentierte einige Songs aus seiner eigenen Feder. Und die haben es in sich: Sein "Bei Dir" handelt davon, dass ein geliebter Mensch, der nicht mehr da ist, einen dennoch immer weiter auf dem Lebensweg begleitet - nämlich im Herzen. Das bringt er so tief bewegend, so ehrlich herüber, dass so manchem am Ende der Applaus nur schwer gelingen wollte. Und selbst so manches Tränchen in den Augenwinkeln war im Saal zu sehen - ein bewegender Moment, den Seidl schon kurz vorher mit seinem Liebeslied "Wunder" in ähnlicher Art und Weise geschaffen hatte.

Der Abend lebte von der Vielfalt der drei jungen Menschen, von der Harmonie unter den drei Freunden. In jeder Minute merkte man ihnen an, dass sie sich gut kennen und miteinander harmonieren - und dass sie für das, was sie da machen, sprichwörtlich "brennen".

Und so waren sich am Ende die Zuschauer fast alle einig: Von diesen drei Nachwuchstalenten möchte man noch wesentlich mehr sehen und hören. Den Hut kann man jetzt schon ihnen ziehen.

Quelle: RP
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