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Analyse
Straßenbau: Stadt setzt auf Bürger-Ideen

Analyse: Straßenbau: Stadt setzt auf Bürger-Ideen
Michael Krahl (rechts) war beim Ortstermin ein gefragter Mann. Kommende Woche berät der Verkehrsausschuss über die Planung. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. Teile der Herzogstraße werden sich in der zweiten Jahreshälfte in eine Großbaustelle verwandeln. Anfang April fallen Beschlüsse über die endgültige Planung. Vorher gingen Anlieger auf die Straße - gemeinsam mit den Profi-Planern. Von Paul Köhnes

Ortstermine könne auch dazu dienen, Dampf abzulassen: "Die wollen Pläne doch nur so, dass wir am meisten bezahlen müssen." Das war eins der plakativeren Statements, die Tiefbauchef Michael Krahl zu hören bekam, als er sich zum Ortstermin an der Herzogstraße, Ecke Mittelstraße mit Anliegern traf.

Im Verlauf ging es zwar auch um Geld, vor allem aber um Ideen zum Entschärfen neuralgischer Punkte. So gilt die Einmündung Mittelstraße in die Herzogstraße unter Anwohnern als Beschleunigungsstrecke. Die Bauexperten führen das darauf zurück, dass die Ecke nach uraltem Plan gebaut ist: einfach zu weitläufig dimensioniert. Zwei Vorschläge wurden in der Bürgerrunde mit den Experten diskutiert: Kreisel oder verengte Einmündung? Das Protokoll des Infoabends verzeichnet ein "ausgeglichenes Meinungsbild". Folge: Die Verwaltung hat nachgearbeitet, damit es nicht zu den befürchteten Parkraumverlusten kommt. Der Minikreisel kann kommen, so viel hat das beauftragte Ingenieurbüro nachgearbeitet.

Eine andere Bürgersorge hat man noch im Auge: Zwar habe die Verkehrsüberwachung bisher keinen Hinweis auf Parkplatzmangel bei Veranstaltungen von VHS oder Gymnasium. "Das Problem ist derzeit nicht bekannt", teilt die Verwaltung mit. Man verspricht, das Thema im Auge zu behalten. "Genau das ist der Sinn von solchen Bürgerbeteiligungen", sagt Michael Krahl. "Wir setzen auf Ideen der Anlieger." Das Verfahren sei ein längst eingeführter Standard, wenn es um sogenannte "KAG-Maßnahmen" geht. Um Bauarbeiten also, deren Kosten die Bürger in Teilen mittragen. Der Umbau der Herzogstraße kostet rund 600.000 Euro und soll in der zweiten Jahreshälfte beginnen.

So könnte es schon zu Schuljahrsbeginn vorbei sein mit den chaotischen Hol- und Bringesituationen am Parkplatz des Kant-Gymnasiums an der Herzogstraße. Der Parkplatz hat mehrere Zufahrten, eine soll entfallen. Kritisch sehen die Anlieger eine geplante Elternhaltestelle. Die aber wäre dem zu erwartenden Ansturm kaum gewachsen. Denn der Erfahrung nach wären Eltern morgens bestrebt, ihre Kinder so nah wie möglich an der Schule abzusetzen. Obwohl das IKG - darüber herrscht Einigkeit - zu Fuß, per Bus oder Fahrrad bestens zu erreichen ist.

"Davon wird man Eltern erfahrungsgemäß auch nicht abhalten können", sagte Schulleiterin Britta Berschick beim Ortstermin. Es folgte - vor der Ausschuss-Diskussion in der kommenden Woche - ein Gespräch mit der Verwaltung. Zwei der Ergebnisse: Der obere der beiden Schulparkplätze - direkt an der Herzogstraße gelegen - könnte zweigeteilt werden. Die Elternhaltestelle fände im westlichen Bereich (nahe der Laubecker Straße) Platz. Zum Haupteingang hin soll es einen neuen, überdachten Fahrradständer geben und Möglichkeiten für den Mensa-Lieferverkehr.

Quelle: RP
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