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Heiligenhaus
Studenten geben Impulse für Stadtkern

Heiligenhaus. Städtebau-Nachwuchs der Fachhochschule Köln hat in einem Projekt Ideen für die Innenstadt entworfen. Von Sandra Kreilmann

"Miteinander statt Nebeneinander", "Zusammen wohnen und zusammen halten", "Grüne Wege" - Schlagworte, die die Studierenden der Fachhochschule Köln für ihre insgesamt neun Heiligenhauser Projekte gefunden haben, gehen allesamt in eine ähnliche Richtung: Gemeinsamkeiten schaffen. Und damit treffen sie das Thema der aktuellen Diskussion in der Stadt. Der Masterstudiengang Städtebau hatte mit seinen über 20 Studierenden die Aufgabe, Konzepte für den östlicheren Teil der Innenstadt, rund um das Hitzbleck-Gelände, Bahnhofstraße und die Linderfeldstraße zu erarbeiten. "Keine leichte Aufgabe", wie Professor Andreas Fritzen bei der Vorstellung der Konzepte erklärte: "Aufgrund der Lage, der Topografie, Größe und des Umfelds eine echte Herausforderung." Doch man habe in der Stadt gut arbeiten können. Das liegt zum Einen daran, dass die Stadtverwaltung Erfahrung mit der Zusammenarbeit mit Studierenden hat - studentische Ideen in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen sind zum Beispiel in das Konzept für den Innenstadtausbau eingeflossen -, zum Anderen konnte man auf bereits auf Unterlagen zurückgreifen, die den angehenden Städtebauexperten ermöglichten, schneller kreativ zu werden. Zu sehen sind die Arbeiten im Arthouse.

Vor etwa einem Jahr schwirrte die Studententruppe dafür durch die Stadt. Sie übernachteten im Club und eroberten sich das Gelände, das sie zu verplanen hatten, jeder auf eigene Weise. "Es geht uns um neue Perspektiven", erklärte der Technische Beigeordnete Harald Flügge zur Eröffnung der Ausstellung. "Perspektiven, die durchaus auch mal spinnert sein durften. Gerade auch für die Flächen, die nicht so prosperieren." Und so durfte sich der Technische Beigeordnete gleich auch noch ein Lob von Lehrstuhlinhaber Fritzen abholen:"Es ist beeindruckend, wie viel Initiative hier für städtebauliche Veränderungen übernommen wird und was für ein tolles Planungsteam dahinter steht."

Er erinnerte schmunzelnd an die Idee einer Studie, Heiligenhaus zu verlandschaftlichen. "Gut, dass das nicht passiert. Was Einwohner und Strukturen betrifft, ist Heiligenhaus keine Großstadt, aber eben auch kein Dorf. "Man lebt in einer Stadt wie Heiligenhaus nicht anonym. Man kennt sich. Das ist der Unterschied zur Großstadt", sagt Fritzen. Darauf haben sich die Studierenden mit ihren Ideen konzentriert. Wohnbauten, die sich um einen grünen Innenhof drehen auf dem Gelände, wo jetzt der Linderfeldparkplatz ist. Das Parken selbst wurde in Tiefgaragen verlegt.

Was das Hitzbleck-Gelände betrifft, möchten sie auch teilweise die Geschichte erhalten. Der Schornstein zum Beispiel sei signifikant. Ebenso wie Teile der Werkshallen, für sie empfehle man zum Beispiel eine kulturelle, öffentliche Nutzung. Im hinteren Teil des Geländes, geschützt vor dem Lärm der Westfalenstraße, schlage man Wohnungen vor. "Spezifisches Wohnen, wie zum Beispiel ein Studentenwohnheim, während man im vorderen Teil Dienstleistungsunternehmen unterbringen könnte." Eine weitere Idee der Studenten: "Ein repräsentatives, architektonisch auffallendes Gebäude. Direkt an der Westfalenstraße gelegen, bietet sich solch eine Nutzung an." Fritzen ist zuversichtlich: "Wir sind gespannt, was mit unseren Ideen geschieht."

Quelle: RP
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