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Ratingen
Täglich im Dienst auf zwei Rädern

Ratingen: Täglich im Dienst auf zwei Rädern
Paula Stegert ist für Anregungen rund ums Thema "Fahrradfahren in Ratingen " jederzeit dankbar. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Paula Stegert ist als Fahrradbeauftragte im Rathaus Ansprechpartnerin für Probleme der Zweiradfahrer in der Stadt. Von Karl Ritter

Nach und nach lernt Paula Stegert sie kennen, die neuralgischen Punkte im Stadtgebiet, über die sich Fahrradfahrer ärgern. Seit rund zwei Monaten hat sie im Rathaus die Nachfolge von Carsten Knoch als Fahrradbeauftragte angetreten, ist damit für die Planung des Radwegenetzes und die Umsetzung des Masterplans Radverkehr zuständig. "Ich versuche zurzeit, so viel wie möglich in der Stadt herumzukommen, um die wichtigsten Punkte in der Realität kennenzulernen", erzählt die Planerin: "Deshalb bin ich auch dankbar für jeden Anruf von Bürgern, die mich auf unübersichtliche oder gefährliche Situationen aufmerksam machen."

Einer der Dauerbrenner, mit dem sich sehr viele Anrufer beschäftigen, liegt dabei direkt vor ihrem Bürofenster - der Stadionring: Viele Dumeklemmer verstehen nicht, warum sie hier plötzlich nicht mehr auf dem Radweg fahren dürfen, obwohl sie das schon seit Jahrzehnten gemacht haben. Die Fahrbahn sei viel zu unsicher, weil dort keine Markierung für Radler aufgebracht sei. Wie an vielen anderen Stellen kann Stegert aber Hoffnung auf Besserung machen: "Sobald auf Straßen wie dem Stadionring die Sanierung der Fahrbahndecke ansteht, werden wir eine sichere Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn in die Planungen einbringen." Das Ganze ist dabei kein Einfall der Stadt, so Stegert: "Wir müssen uns einfach an die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung halten." Und die sieht vor, dass Fahrradfahrer auf der Straße fahren müssen: "Mit einer vernünftigen Verkehrsführung sind sie dort sicherer", erklärt die Fahrradbeauftragte die Absicht des Gesetzgebers. Und so ist Aufklärungsarbeit ein wichtiger Punkt in ihrer Arbeit: "Viele Verkehrsteilnehmer kennen die Vorschriften für Radfahrer gar nicht vollständig." Aber auch die Autofahrer sind im Umgang mit den Zweiradnutzern häufig überfordert. Oder wer weiß schon, dass er den sogenannten Schutzstreifen auf der Fahrbahn, den Fahrradfahrer nutzen sollen, nur bei Bedarf - wie zum Beispiel Gegenverkehr - befahren oder dort nicht parken darf? Paula Stegert, die sich während ihres Bachelor-Studiengangs mit Radverkehrsplanung beschäftigt hat, sieht die Situation für Radler in Ratingen auf einem guten Weg: "Natürlich gibt es Ecken, an denen man etwas ändern kann, weil es noch nicht optimal läuft. Aber alleine die Tatsache, dass es meine Stelle gibt, zeigt, wie wichtig die Belange der Radfahrer hier genommen werden", so die 26-Jährige, die versucht, kleinere Probleme, die ihr zugetragen werden, umgehend zu beseitigen: "Wenn es zum Beispiel um durch öffentliches Grün zugewachsene Radwege geht, ist das eine Sache, die unkompliziert geregelt werden kann."

Insgesamt verfügt die Stadt über ein rund 230 Kilometer langes Alltags- und Freizeitnetz, das im Rahmen des Masterplans Radverkehr umfassend analysiert wurde. Jeden Weg davon kann Stegert nicht kennen und ist froh, dass sich viele Bürger an sie wenden: "Nur so können wir erfahren, wo der Schuh drückt." Und davon machen die Ratinger reichlich Gebrauch: "Es kommen immer mehr Anfragen, die mich per E-Mail oder Telefon erreichen."

Quelle: RP
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