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Lintorf
THW bleibt in Wohnstraße stecken

Lintorf: THW bleibt in Wohnstraße stecken
Das THW ist auch nach Stürmen wie "Ela" im Einsatz: Die Sprenggruppe (Bild) hilft bei besonders kniffligen Fällen. FOTO: Achim Blazy
Lintorf. Wenn das Hilfswerk ausrücken muss, wird es eng: Parkende Autos behindern die Ausfahrt der schweren Blaulicht-Lkw. Von Karl Ritter

Der Hülsenbergweg ist eine schöne Wohnstraße - schicke Einfamilienhäuser und gepflegte Gärten. Und viele Autos. Die stehen meist ganz legal am Straßenrand geparkt, Verbotszeichen gibt es hier nicht. Denn nicht nur die Anwohner stellen ihre Autos hier ab, gerade im Sommer nutzen auch die Besucher des Allwetterbades die Straßen zum Abstellen ihrer Autos. Und wenn dann auf der Sportanlage an der Jahnstraße Betrieb herrscht, geht oft gar nichts mehr.

Für das Technische Hilfswerk (THW), das am Ende der Straße seine Unterkunft hat, wird das im Einsatzfall aber immer mehr zum Problem: "Wenn auf beiden Seiten der Straße geparkt wird, ist das für unsere großen Fahrzeuge richtig eng. Das ist Schwerstarbeit für die Fahrer, sich dort durch zu manövrieren", sagt Gerhard Gärtner, Chef des Ratinger Ortsverbandes. Gerade im Einsatzfall ist das besonders ärgerlich. Auch wenn das THW im Gegensatz zur Feuerwehr nicht binnen weniger Minuten vor Ort sein muss, ist auch hier häufig Eile geboten. Und wenn dann erst rangiert werden muss, kann kostbare Zeit verloren gehen. Das hat mittlerweile auch die Politik erkannt, SPD-Chef Christian Wiglow hat sich der Sache angenommen.

"Gerade in den Sommermonaten bei starker Besucherfrequenz im Schwimmbad oder bei Veranstaltungen auf der Sportanlage Jahnstraße sind die Zufahrtsstraßen zum THW so zugeparkt, dass ein Ausrücken kaum möglich ist", so Wiglow, der sich im Rahmen der SPD-Sommertour vor kurzem selbst ein Bild von der Situation vor Ort machen konnte: "Das THW ist aber wegen seines Auftrags des Zivil- und Katastrophenschutzes darauf angewiesen, jederzeit mit seinen Einsatzfahrzeugen auszurücken. Wie wichtig die Unterstützung des THW vor Ort ist, hat eindringlich Sturm Ela bewiesen." In einem Schreiben an den Bürgermeister fordert die SPD deshalb, gegen das Problem vorzugehen: "Die Verwaltung wird beauftragt, zu prüfen, wie die Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten des THW zu ihrem Standort am Hülsenbergweg 103 verbessert werden können. Dazu gehört auch die Prüfung der Anordnung von einseitigen Haltverboten an neuralgischen Stellen auf dem Hülsenbergweg und der Jahnstraße." Auch THW-Chef Gärtner hat bereits mehrfach im Rathaus interveniert, auf die problematische Parksituation aufmerksam gemacht - allerdings ohne Ergebnis. Ein Punkt, der Wiglow besonders ärgert: "Das THW hat in der Vergangenheit schon mehrere Anläufe unternommen, dass diese Situation verbessert wird. Allerdings ist bisher nicht wirklich etwas passiert. Von daher erwartet die SPD nun von der Verwaltung brauchbare Lösungsvorschläge, die bei einer Beschlussfassung auch durchgesetzt werden müssen."

Und genau da dürfte das Problem liegen: Die Einsätze des THW halten sich nicht unbedingt an die Dienstzeiten der städtischen Verkehrsüberwachung, die Polizei ist mit eigenen Einsätzen viel zu eingebunden, um abends, nachts oder an Wochenende hier Parkverstöße zu ahnden. Ein Abschleppen wäre dort ohnehin nur möglich, wenn eine konkrete Behinderung vorliegt, sprich die THW-Fahrzeuge gerade raus müssen und nicht durchkommen. Trotzdem hoffen die Verantwortlichen das Beste: "Es wäre schon wichtig, die Verkehrsteilnehmer dafür zu sensibilisieren, dass sie an unsere Einsatzfahrzeuge hier durchkommen müssen", sagt Gerhard Gärtner.

Quelle: RP
 
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