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Ratingen
Tiefenbroich bekommt eine neue Mitte

Ratingen: Tiefenbroich bekommt eine neue Mitte
FOTO: Blazy Achim
Ratingen. Auf dem Gelände der ehemaligen Martin-Schule entsteht ein Mehrgenerationentreff für 1,8 Millionen Euro. Von Norbert Kleeberg

Der Rat hat entschieden - und zwar gegen die Stimmen der Bürger Union (BU): Tiefenbroich wird eine neue Mitte bekommen. Das geplante Zentrum heißt Mehrgenerationentreff (MGT) und soll rund 1,83 Millionen Euro kosten. Damit wird das Projekt um rund eine Million Euro teurer.

Dass dies so gekommen ist, behagte der BU ganz und gar nicht. Fraktionschef Alexander von der Groeben sprach Details in den Planungen an, etwa eine versenkbare Bühne in einem Saal, auf die man durchaus verzichten könnte. Insgesamt bestehe die Gefahr, dass man mit dem Bau dieses Treffs einen "Präzedenzfall für andere Stadtteile" schaffe, erklärte der Fraktionschef.

Auf diesem Gelände der ehemaligen Martin-Schule an der Sohlstättenstraße in Tiefenbroich ist das neue Passivhaus mit niedrigen Energiekosten geplant. FOTO: Achim Blazy

Indirekt ließ er anklingen, dass man bei den Planungen und Vorstellungen offenbar auch auf Zuruf gearbeitet habe - was Rolf Steuwe in seiner Eigenschaft als Sozialdezernent strikt zurückwies. Er betonte: "Wir haben nichts auf Zuruf gemacht." Tatsache sei, dass der Stadtteil diesen MGT dringend brauche. "Wir werden später dazu auch ein Nutzungskonzept erarbeiten", betonte der Erste Beigeordnete.

Wie sieht das Projekt in groben Zügen aus? Auf dem Gelände der ehemaligen Martin-Schule an der Sohlstättenstraße entsteht ein Neubau, der als Passivhaus mit niedrigen Energiekosten geplant ist. Das Gebäude kann vielseitig genutzt werden. Botschaft: Aktionsprogramme und Bildungsinhalte sind ausdrücklich erwünscht - und werden nach den neuen Richtlinien des Kreises Mettmann auch eingefordert. So gibt es eine Projektgruppe, die in Zukunft das Leben in Tiefenbroich mitgestalten, formen und prägen soll. Der Titel: "akTief - älter werden in Tiefenbroich".

Ein weiteres Detail: Die Dachfläche des Gebäudes wird begrünt und dem "Verein Bürgersolar" zwecks Errichtung einer Photovoltaik-Anlage zur Verfügung gestellt.

Jochen Kral, der Technische Beigeordnete, betonte: "Dieser Neubau ist das erste öffentliche Gebäude der Stadt Ratingen mit Passivhausstandard und greift damit dem neuen Klimaschutzkonzept voraus." Dieses Projekt habe "Leuchtturmcharakter für Ratingen", urteilte der Planungsdezernent.

Die deutliche Mehrheit des Rates sah in dem Projekt einen Meilenstein, den der Stadtteil verdient hat. Christian Otto von den Grünen betonte, dass man dieses Projekt mit Freude mittragen werde. SPD-Fraktionschef Christian Wiglow sah einen "Mehrwert für den Stadtteil". Wolfgang Diedrich (CDU), der sich immer wieder für diese neue Mitte stark gemacht hat, stichelte in Richtung Bürger Union: "Sie scheinen mit dem Stadtteil Tiefenbroich Probleme zu haben." Die BU blieb bei ihrem Kurs: ein deutliches Nein zu den Mehrkosten.

Quelle: RP
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