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Kreis Mettmann
Tipps vom Kreis fürs Energiesparen

Kreis Mettmann. Manchmal reicht schon ein kleiner Dreh. Eine neue Broschüre des Kreises wendet sich auch an Heimwerker.

Nur etwa jede zehnte Heizungsanlage in Deutschland soll auf einem technisch aktuellen Stand sein. Demnach lohnt es sich bei sehr vielen Anlagen, die Schwachstellen zu identifizieren und gezielt unnötige Energieverluste abzustellen. Die neue Broschüre "Heizungsoptimierung - für eine energieeffiziente, kostengünstige und komfortable Wärme" des Kreises Mettmann (Altbauneu) hilft. Ein besonders erfolgreiches Beispiel fürs Projekt Altbauneu gibt es in Hösel.

Jörg Dall hat nach dem Kauf einer Alt-Immobilie am Sinkesbruch aus dem Jahre 1968 bei der Komplett-Sanierung selbst mitangepackt. Übriggeblieben sind nach dem Umbau eigentlich nur noch die Grundmauern und die Bodenplatte. Denn von außen und innen ist es ein eigentlich ein Neubau, der sich fast komplett selbst mit Wärme versorgt. Für die Verbraucherberatung (VZ) NRW und den Kreis Mettmann ist es ein Vorzeigeobjekt fürs Programm "Altbauneu".

Die Ratinger VZ-Energieberaterin Susanne Berger und der Höseler Architekt Edgar Mählmann haben sich mächtig ins Zeug gelegt und aus dem Umbau ein Vorzeigeprojekt gemacht. Die hochmoderne Technik sorgt dafür, dass sich das Häuschen quasi selber heizt. Über ein 20 Meter langes Rohr, das im Garten verbuddelt wurde, wird Luft ins Haus geblasen, im Winter wird sie durchs Erdreich angewärmt, im Sommer abgekühlt. Zusätzliche Wärme kommt im Sommer vom Dach, wo eine Solarthermieanlage mit Sonnenstrahlen warmes Wasser macht. Weitere Energie erzeugt bei Bedarf die Luftwärmepumpe an der Garagenwand. Kernstück der Anlage ist ein 1500-Liter-Wasserspeicher im Keller. Er hat, mitsamt der Rohre und Leitungen, den alten Öltank verdrängt. Zuvor seien etwa 3500 Liter Heizöl jährlich verbraten worden, so Mählmann.

Bis etwa minus fünf, sechs Grad versorgt sich die schicke Hightech-Kiste selbst, darunter feuert Dall den Holzofen im Wohnzimmer an. Im Vergleich zur Ölzeit gebe es jetzt 95 Prozent Energieeinsparung, rechnet Mählmann vor. Dieses Energiesparhaus wurde kürzlich vom Kreis Mettmann besonders ausgezeichnet: mit der Plakette "Altbauneu".

Möglich wird das auch durch die Dämmung von Außenwänden, Kellerdecke und Dach, dreifach verglasten Fenstern, aber eben auch durch ein intelligentes Heizsystem. Solarthermie, Luftwärmepumpe, ein wassergeführter Kamin und eine permanente Kontrolle der Heizkreisläufe sorgen für eine optimale Energienutzung.

Aber auch ohne große Umbauten lässt sich oft mit wenigen Handgriffen viel an Energie einsparen. Dabei soll die neuen Broschüre des Kreise Mettmann helfen. Wichtig ist beispielsweise die korrekte Einstellung der Vorlauftemperatur. Das ist die Temperatur, die das Wasser hat, wenn es in die Heizkörper fließt. Viele ältere Anlagen arbeiten mit zu hohen Temperaturen, was zu Energieverlusten führt. Auch eine Reinigung der Anlage kann sich lohnen. Denn die Rückstände von der Verbrennung von Öl, Gas oder Holz verhindern ein rasches Aufheizen.

Durch den Tausch alter Pumpen gegen Hocheffizienzpumpen können Hauseigentümer den Stromverbrauch an dieser Stelle um bis zu 80 Prozent senken.

Ungedämmte Heizungs- und Warmwasserrohre wärmen ungewollt die Kellerräume und verschwenden Energie. Eine nachträgliche Dämmung der Heizungsrohre ist nicht schwierig und kann selbst erledigt werden. Jeder Meter Heizungsrohr ohne Dämmung bedeutet einen jährlichen Mehrverbrauch von bis zu zehn Litern Öl. Etwa drei Euro kostet dagegen ein Meter Rohrisolierung aus Schaumstoff.

Die Broschüre Heizungsoptimierung kann beim Kreis Mettmann, Umweltamt, Auf dem Hüls 5, 40822 Mettmann bestellt werden, E-Mail: p.wobbe@kreis-mettmann.de.

(JoPr)
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