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Heiligenhaus
Turbulenter Folk-Abend im Club

Heiligenhaus. Schon in den ersten Takten machen die Musiker von Skerryvore an diesem Mittwochabend klar, dass der Abend turbulent wird.

Für die jungen Herren von der schottischen Seite der Britischen Inseln ist Folk allerdings nur die grobe Fahrtrichtung für einen Konzertabend. Denn sie bedienen sich aus so ziemlich jeder musikalischen Schublade; ihr "Nu Folk" ist gespickt mit Anleihen aus Funk, Country, Rock, Pop, Punk, Motown, Jazz oder Blues - die sieben Schotten verbinden das alles mit ihren keltischen Folk-Wurzeln und verpacken es in ihr Skerryvore-Gewand. Sie spielten zum ersten Mal in Heiligenhaus, doch ihr Ruf eilte ihnen voraus: Der Club an der Hülsbecker Straße war sehr gut besucht. Auffallend viele Nicht-Mettmanner parken an diesem Abend vor der Tür. Das Kulturbüro lud zu dem Konzert der Band, die ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum schon hinter sich hat. "Wir sehen nicht so alt aus, denn der Whisky hält uns jung", schmunzelt Akkordeonist Daniel Gillespie. Dessen Bruder Martin spielt die "Pipes", den Dudelsack und die Flöten und lief, dann doch ganz der Tradition der Heimat verbunden, im Schottenrock auf. Alan Scobie sorgte für die Klaviertöne und warum Craig Espie seinen Spitznamen "The Angry Fiddler" (der wütende Geiger) nicht zu unrecht trägt, zeigte er mit beeindruckendem Engagement im gleichnamigen Stück. Vor allem bei den schnelleren Stücken beweisen die treibenden Kräfte am Bass Jodie Bremaneson, sowie Fraser West am Schlagzeug, was den Unterschied zum traditionellen keltischen Folk ausmacht. Gitarrist und Leadsänger Alec Dalglish überzeugte dabei nicht nur mit einem beeindruckenden E-Mandolinen-Solo, sondern auch mit einer vielseitigen Stimme. Die selbst geschriebenen Stücke, stammen nicht zum geringen Teil auch aus seiner Feder. "Can you hear us" zum Beispiel, das als Botschaft an Politiker gedacht ist, sich aber auch an ehemalige Wegbegleiter der Band richtet und auch Allgemeingültigkeit hat.

Benannt haben sich die sieben Musiker nach einer schottischen Felsinsel im Westen des Landes. Der abenteuerliche Konzertabend reicht dabei von den ältesten Stücken der Band, die eingepackt in neue Arrangements, bis hin zu den brandneuen Werken, die auch die anwesenden Fans überraschten. "Es ist toll, dass es hier in Deutschland so viele tolle Bühnen gibt, das kennen wir in Schottland gar nicht. Genießt das und unterstützt diese Bühnen!", wünschen sich die Musiker.

(sade)
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